Sport : EM 2000: Bundesinnenminister Schily erwartet keine nennenswerten Krawalle

Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) erwartet bei der Fußball-Europameisterschaft 2000 (10. Juni bis 2. Juli) entgegen allen internationalen Befürchtungen keine Ausschreitungen von Hooligans. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass es auf Grund der äußerst strengen Sicherheitsvorkehrungen bei der Fußball-EM zu keinen nennenswerten Krawallen kommen wird", sagte Schily. Auch im Hinblick auf die Bewerbung um die WM 2006 befürchtet der SPD-Politiker keine negativen Auswirkungen: "Der DFB hat eine glänzende Bewerbung abgegeben, wir haben die Probleme gut im Griff. Gerade im Vergleich der Sicherheitsaspekte schneidet Deutschland hervorragend ab - und für das Fehlverhalten Einzelner kann weder der DFB noch der Staat verantwortlich gemacht werden."

Schily setzt bei der EM auch auf das neue Passgesetz: "Der praktische Nutzen des Gesetzes besteht darin, dass bei gewalttätigen Ausschreitungen aufgegriffene und abgeschobene Hooligans schon allein wegen der illegalen Ausreise bestraft werden können." Das Gesetz ist am 11. Mai 2000 in Kraft getreten. Schily kündigte für die Europameisterschaft eine harte Gangart an: "Neben den Passbeschränkungen sind auch Ausreiseuntersagungen möglich, die Behörden werden im Vorfeld der EM im erforderlichen Umfang davon Gebrauch machen."

Für die Strafverfolgung hat der Bundesinnenminister "besondere organisatorische Vorkehrungen bei der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf und beim Bundeskriminalamt getroffen, um auch bei zunächst nicht identifizierten deutschen Tatverdächtigen Ermittlungen einleiten zu können."

Bei der EM selbst setzt Schily wie seine Kolleginnen und Kollegen in der Europäischen Union auf die "bewährte Kooperation". Auch Rumänien hatte zuletzt das Abkommen zum Informationsaustausch über bestrafte Gewalttäter unterschrieben. Zuvor hatten Deutschland und England einen Vertrag unterzeichnet, auch Belgien und England arbeiten enger zusammen als jemals zuvor. Die Abkommen schaffen der belgischen Justiz die Möglichkeit, Straftäter noch im Verlauf der EM von Schnellgerichten abzuurteilen.

Die tschechische Polizei unterstützt die Kollegen bei der Fanbetreuung: Sechs Beamte aus dem Land des Vize-Europameisters liefern den Einsatzkräften seit Monaten Informationen über potenzielle Hooligans aus Tschechien.

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