Sport : EM 2004: Neue Vermarktungskonzepte, um die Uefa-Kasse zu füllen

Noch ist die EM 2000 in vollem Gange, da steht eines schon fest: In vier Jahren in Portugal wird manches anders. Zwar wird die Europameisterschaft nicht im Bezahlfernsehen verschwinden, wie Gerhard Aigner versicherte, doch der Generaldirektor der Europäischen Fußball-Union (Uefa) kündigte bereits an: "Wir werden einige Dinge ändern. Finanziell ist der Wettbewerb bei weitem noch nicht ausgereizt." In vier Jahren wird die Uefa an die Sponsoren keine Rechte mehr verkaufen, sondern - so wie jetzt schon in der Champions League - diese behalten und lediglich Lizenzen für die Nutzung erteilen. Das hat den Vorteil, dass gegenüber dem Veranstalter Portugal die Uefa Vertragspartner ist und nicht, wie jetzt, die Agentur ISL.

Die vermarktet die international tätigen Sponsoren, während die Veranstalter Belgien und Niederlande ihre nationalen Unterstützer favorisieren. Das gibt immer wieder Anlass zu Konflikten. Aigner: "Die mangelnde Transparenz, wieviel Geld die Agentur, die die Rechte erworben hat, schlussendlich verdient, ist nicht gut für einen Organisator. In Zukunft wissen wir alle, was eingenommen wird, und die Service-Agentur erhält einen bestimmten Prozentsatz."

Auch auf einem anderen Feld droht ein Konflikt um das liebe Geld. Zwar hat die EBU und damit für Deutschland ARD und ZDF die Übertragungssrechte erworben, doch statt rund 170 Millionen Mark (von denen ARD und ZDF knapp ein Viertel tragen) versechsfachen sich die Rechtekosten auf eine Milliarde Mark. Eine Versechsfachung der Gelder für die 16 teilnehmenden Mannschaften lehnt Aigner allerdings kategorisch ab: "Die 35 Länder, die in der Qualifikation gescheitert sind, werden deutlich mehr erhalten. Jetzt zahlen wir jedem Land aus den EM-Einnahmen rund 350 000 Mark pro Jahr, also 1,4 Millionen pro Europameisterschaft. Das werden wir auf über 4,5 Millionen Mark pro Vier-Jahres-Zeitraum steigern." Für den DFB mag eine Million pro Jahr nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein. Andere Länder finanzieren damit allerdings ihre Etats und sind froh über diese Summen.

Bei der jetzigen Europameisterschaft in den Niederlanden und Belgien werden knapp 150 Millionen Mark an die 16 Teilnehmer ausgeschüttet. Der Europameister erhält etwas mehr als 17 Millionen Mark. Mannschaften, die in der Vorrunde scheitern, 6,5 Millionen Mark als Gruppendritter oder 5,8 Millionen als Letzter der Vorrunden-Gruppe.

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