Sport : EM-Analyse: Der Markt huldigt der Schönheit

Wer wird zum Flop? Wer wird ein Star? Die Europameisterschaft 2000 in den Niederlanden und Belgien ist die große Handelsmesse des Fußballs. Unsere tägliche Analyse.

Begeisterung herrschte am Sonntag auf dem Parkett, die durchweg positiven Prognosen der Anleger wurden noch übertroffen. Schon zur Pause des holländisch/jugoslawischen Gipfels legte der Fax um 15 Punkte zu, bis zum Abend und dem dramatischen spanischen Finale schoss der Fax auf die Rekordmarke von plus 30 gegenüber dem Vortag. Ein Ende der Rallye ist noch nicht in Sicht. Die vier zukunftsträchtigsten und fantasiereichsten Werte haben sich durchgesetzt, die halbfinalen Konferenzen von Portugal und Frankreich auf der einen und Holland und Italien auf der anderen Seite lassen die Anleger weiteren Highlights der Euro entgegenfiebern. Erfasst wurden auch deutsche Faxianer, die TV-Quoten erreichten bei beiden Begegnungen jeweils über 40 Prozent Marktanteile. Der Markt huldigt der Schönheit.

Allerdings gibt es Mahner. Nüchterne Beobachter wie Analyst und Benelux-Experte Hans Meyer, der vor einer Überbewertung des Oranje-Chips warnt und den enthusiasmierten Dilettanten Poschmann vom Analyse-Institut ZDF in die Schranken wies: "Das stimmt so nicht." Gerade in der Euphorie, so Meyer, liege die Gefahr, die old economy aus Italien zu unterschätzen. Immerhin sei auch fraglich, ob Chef-Visionär Davids und sein kongenialer Endverkäufer Kluivert weiterhin so unbehindert agieren können, wie sie es gegen den Balkan-Wert aus Jugoslawien konnten, dessen Limit am Ende doch sehr deutlich wurde.

Einigkeit herrscht aber in der bisherigen Gesamtbewertung. Der diesjährige Euro-Markt präsentiert sich so lebhaft, so elegant, so entschlossen und hochwertig wie seit Jahren nicht mehr.

Zum einheimischen Markt: kein Wort zum einheimischen Markt.

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