Sport : EM-Aus für Deutschland: Die Prominenz nimmt Stellung

Egidius Braun (DFB-Präsident): "Ich bin entsetzt. Die Mannschaft ist auf deprimierende Weise ausgeschieden. Ich bin entsetzt über das, was da abgelaufen ist. Die Mannschaft hatte ihre Chance auf das Viertelfinale und hätte sie nutzen müssen. Jetzt sind wir zwar am Boden, aber es bringt nichts, in der Ecke zu liegen und zu winseln. Der DFB wird nicht am Boden liegen bleiben."

Otto Schily (Bundesinnenminister): "Leider gibt es noch kein Gesetz, das solche Spiele verbietet."

Lothar Bisky (PDS-Vorsitzender): "Jetzt muss Eduard Geyer von Engergie Cottbus Bundestrainer werden. Eine Ablösesumme von 20 Millionen Mark ist er wert. Die Satire solcher Fußballspiele sollten zu einer anderen Tageszeit gesendet werden, möglichst nach Mitternacht oder in der Harald-Schmidt-Show."

Otto Rehhagel (Trainer 1. FC Kaiserslautern): "Das war eine Beerdigung erster Klasse. Man wollte es ja nicht wahrhaben."

Mario Basler (Ex-Nationalspieler): "Mir fehlen die Worte. Jetzt weiß man, dass Erich Ribbeck wirklich keine Ahnung hat."

Berti Vogts (Europameister-Coach von 1996): "Es tut weh, was aus dieser Mannschaft geworden ist. Das war blamabel. Ohne Emotion, ohne Motivation, ohne Organisation, obwohl die Chance bestand, sich gegen die B-Mannschaft Portugals zu qualifizieren. Der Zustand der Mannschaft ist furchtbar. Heute sieht man vielleicht, dass man unseren Erfolg vor vier Jahren gar nicht richtig gewürdigt hat. Denn ich hatte auch kein besseres Spielermaterial als jetzt zur Verfügung stand."

Gerhard Mayer-Vorfelder (DFB-Vizepräsident): "Das war ein Offenbarungseid der Spieler. Wir haben überhaupt keinen Widerstand gezeigt. Es lag nicht an Taktik oder System, sondern am Willen der Spieler. Das ist eine dunkle Stunde für den deutschen Fußball. Das hatte mit Fußball teilweise nichts zu tun."

Jupp Heynckes (Trainer Benfica Lissabon): "Mit dem Spiel ist der deutsche Fußball auf dem absoluten Tiefpunkt angekommen. Nun müssen weitgreifende Entscheidungen getroffen werden, um den deutschen Fußball wieder auf die Beine zu helfen. Jetzt ist die komplette Bundesliga gefordert. Es sollte überlegt werden, ob in der Bundesliga nicht ein Gentleman-Agreement getroffen werden sollte, in dem ein Verein nur sechs ausländische Spieler haben darf und von denen auch nur vier spielen dürfen."

Uwe Seeler (Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft): "Natürlich kann man bei einer EM immer ausscheiden, aber dann bitte mit fliegenden Fahnen und nicht mit Angsthasenfußball."

Karl-Heinz Rummenigge (Vizepräsident Bayern München): "Das war eine inakzeptable, katastrophale EM, die die deutsche Mannschaft gespielt hat. Manchmal ist es gut, wenn man so tief fällt. Denn dann kann man wieder nach oben schauen."

Bernard Dietz (Europameister 1980): "Wir schwimmen nur noch hinterher. Dass der Name Deutschland nicht mehr in einem Atemzug mit den großen Fußball-Nationen genannt wird, ist schwer zu glauben, aber wahr. Das ist die Konsequenz aus zahlreichen Fehlern, wie der mangelnden Arbeit mit Talenten."

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