EM-ENTSCHEIDER Gruppe D: Russland : Igor Akinfejew

Hier stellen wir bis zum EM-Beginn täglich die entscheidenden Spieler vor. Heute Folge 14: Igor Akinfejew, Russland. Der Torhüter ist fast so alt wie René Adler, aber wesentlich erfahrener.

Mathias Klappenbach
russland Foto: AFP
Igor Akinfejew -Foto: AFP

Neben seinen herausragenden Leistungen war eines der Argumente für die Berufung von René Adler in den EM-Kader der deutschen Nationalmannschaft, einen der jungen potenziellen Nachfolger von Torwart Jens Lehmann internationale Erfahrung sammeln zu lassen. Adler ist 23 Jahre alt, der ebenfalls mögliche Lehmann-Nachfolger Manuel Neuer 22. So alt ist auch Igor Akinfejew. Nur ist der bereits wesentlich erfahrener. Eigentümlicherweise gilt Akinfejew im europäischen Fußball noch als eines der größten Torwarttalente, dabei hat er auch in der Nationalmannschaft Russlands längst eine tragende Rolle inne.

Schon mit 17 Jahren stand Akinfejew bei ZSKA Moskau im Tor. Inzwischen ist er dreimal Russischer Meister und zweimal Pokalsieger geworden. Zudem hat er mit ZSKA 2005 den Uefa-Cup gewonnen. Im Nationalteam hat er einen Platz, seit er 18 ist. Akinfejew tritt dabei schon seit Jahren so modern auf, wie in der vergangenen Saison Adler und Neuer in der Bundesliga: als mitspielender Torwart, der quasi als Libero oft weit aus seinem Tor herauskommt, auf der Linie mit starken Reflexen glänzt und mit schnellen Abwürfen Gegenangriffe einleitet.

Nationaltrainer Guus Hiddink hat zuletzt mehrmals seinen Kapitän gewechselt, weil der eigentliche Star Russlands, Andrej Arschawin, in den ersten beiden Spielen gesperrt ist. Auch Akinfejew war dabei stets ein Kandidat. Doch manchmal ist er unbeherrscht, vielleicht ist er deshalb (noch) nicht Kapitän. Er ist aber eine der wenigen Konstanten im Team von Guus Hiddink – obwohl Akinfejew zuletzt ungewöhnlich stark kritisiert worden ist. Er habe seine Reaktionsschnelligkeit während seiner Verletzungspause verloren.

Im Mai 2007 war Igor Akinfejew ein Kreuzband gerissen, er fiel länger als ein halbes Jahr aus. Anfang 2008 kehrte er in die Nationalmannschaft zurück und ist trotz der Kritik an ihm wieder Russlands Nummer eins. Wenn er schon nicht die Mannschaft führen darf, soll er zumindest die anfällige Abwehr dirigieren und den Russen mit seinen Paraden Halt geben.

Längst sind auch europäische Spitzenklubs an Akinfejew interessiert. Unter anderem der FC Arsenal. Auch dort wird jetzt ein Mann für die Zeit nach Jens Lehmann gesucht.

Die Serie im Internet: www.tagesspiegel.de/em2008

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