EM-Finale : Krawalle in Deutschland

Nach der Finalniederlage der deutschen Nationalmannschaft haben Fans in einigen Städten heftig randaliert. Vor allem in Ostdeutschland kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Dutzende Fans wurden laut Polizei festgenommen. Außerdem wurden mehrere Beamte verletzt.

In Magdeburg zog ein Beamter seine Dienstwaffe, als Fußballfans die Reifen eines Polizeifunkwagens zerstochen und dessen Besatzung bedrohten. Die Polizisten setzten Pfefferspray ein, Schüsse wurden aber nicht abgegeben. Randalierer warfen Steine und Flaschen auf die Beamten, setzten Container in Brand und beschädigten parkende Autos. Acht Polizisten wurden bei den Zusammenstößen leicht verletzt. 37 Fans wurden zeitweise in Gewahrsam genommen, gegen mindestens 20 Personen wurden Strafanzeigen erlassen.

Auch in der Schweriner Innenstadt setzten etwa 100 Randalierer Container in Brand, warfen Flaschen und Steine auf Beamte und zerstörten ein Auto, wie die Polizei mitteilte. Die Beamten setzten Reizgas ein, drei von ihnen wurden den Angaben zufolge verletzt.
Zuvor hatten die meist jugendlichen Fans eine Straßenbahn blockiert. In Halle-Neustadt blockierten nach dem Sieg der Spanier über Deutschland nach Polizeiangaben rund 400 Randalierer die Hauptstraße. Sie stürzten Glascontainer um, zerstörten eine Straßenbahnhaltestelle und bewarfen Beamten mit Flaschen, Steinen und Gehwegplatten, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Insgesamt 17 Beamte wurden verletzt, 23 Randalierer wurden vorläufig festgenommen.
 
Im sächsischen Bautzen besetzten 400 enttäuschte Fußballfans eine Bundesstraße, rund 100 von ihnen waren nach Polizeiangaben
vermummt. Sie bewarfen die Beamten mit Steinen, Flaschen und Böllern. Zwei Polizisten wurden verletzt. Es gab 16 vorläufige Festnahmen. Auch in Thüringen kam es zu Zusammenstößen zwischen Fans und Polizei. In Saalfeld bei Erfurt wurden Polizisten mit Bierflaschen beworfen, zehn Randalierer wurden vorläufig festgenommen. Gegen sie wird wegen Sachbeschädigung, Widerstandes und Beleidigung ermittelt.

In Berlin nahm die Polizei im Laufe des Abends 65 Menschen fest. Anlass waren meist kleinere Delikte wie Körperverletzung, Sachbeschädigung, Beleidigungen sowie Widerstand gegen Polizeibeamte. In 57 Fällen schrieben die Beamten eine Strafanzeige. Zudem gab es drei Leichtverletzte.

In Würzburg wurde ein 23 Jahre alter Fan bei einem Streit von einem Unbekannten mit einem Messer in die Schulter gestochen. Der Verletzte war nach eigenen Angaben auf dem Nachhauseweg mit seiner Freundin vom Public-Viewing mit einem Mann in Streit geraten. Dabei habe ihm dieser mit einem Messer in die Schulter gestochen und eine drei Zentimeter tiefe und breite Wunde zugefügt. Worum es bei dem Streit ging, konnte der 23-Jährige laut Polizei nicht mehr sagen, weil er zu dem Zeitpunkt stark betrunken war. In Essen musste ein junger Mann mit einer stark blutenden Halsverletzung ins Krankenhaus gebracht werden. Zwei Tatverdächtige wurden vorläufig festgenommen. (dpa)

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