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EM-Halbfinale in Donezk : Spanien siegt im Elfmeterschießen gegen Portugal

Titelverteidiger Spanien quält sich gegen den kleinen Nachbarn Portugal nach trost- und torlosen 120 Minuten erst im Elfmeterschießen zum Einzug ins EM-Finale von Donezk.

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Jubel nach dem Drama. Spanien siegt im Elfmeterschießen gegen Portugal und steht damit wieder im EM-Finale.Weitere Bilder anzeigen
Foto: dpa
27.06.2012 21:22Jubel nach dem Drama. Spanien siegt im Elfmeterschießen gegen Portugal und steht damit wieder im EM-Finale.

Vielleicht behält Europa seinen Meister, aber das ist seit so ungewiss wie noch nie, denn der Meister ist müde, sehr müde. Mit letzter Kraft und über 120 torlose Minuten plus Elfmeterschießen quälte sich Spanien im EM-Halbfinale von Donezk zum einem 4:2-Sieg über den kleinen Nachbarn Portugal. Vor 49 400 Zuschauern in der nicht ganz ausverkauften Donbass-Arena setzte Cesc Fabregas in der Nacht zu Donnerstag den entscheidenden Treffer und schoss die Spanier ins Finale von Kiew. Dort geht es am Sonntag gegen den Sieg des Halbfinales zwischen Deutschland und Italien. Im Falle eines Sieges bekämen es die Deutschen nach der EM 2008 und der WM 2010 zum dritten Mal in Folge in der K.o.-Runde eines großen Turniers mit den Spaniern zu tun.

"Es war ein sehr ausgeglichenes Spiel. Wir waren vielleicht etwas besser in der Verlängerung", sagte Spaniens Trainer Vicente del Bosque und fügte hinzu: "Die Portugiesen sahen ein bisschen müde aus. Davor hatten wir nur wenige Chancen. Es war nicht leicht, durch ihre Abwehr zu kommen. Am Ende haben wir das Glück bei den Elfmetern gehabt. Die Spieler haben schon so viele Spiele hinter sich. Jetzt müssen sie noch einmal mehr ihr Bestes zeigen." Siegtorschütze Cesc Fabregas meinte: "Ich habe schon vorher gespürt, dass ich den Elfmeter verwandeln werde. Noch ein Finale zu erreichen, ist fast ein Wunder. Gegen wen wir jetzt spielen ist egal, vielleicht Deutschland, mal sehen."

Video: Spanien feiert Einzug ins Finale:

Das eigentliche Spiel war keine Offenbarung, was vor allem an den schwach besetzten Ein-Mann-Angriffen lag. Bei Portugal war der frühere Bremer Hugo Almeida ein Totalausfall. Und für die Spanier hatte sich der Trainer eine kleine Überraschung ausgedacht. Del Bosque wählte nicht die zurückhaltende Variante mit dem Mittelfeldspieler Cesc Fabregas, aber auch nicht die stürmische mit Fernando Torres, dem Schützen des Siegtores beim Wiener WM-Finale vor vier Jahren gegen die Deutschen. Torres und Fabregas blieben draußen und es stürmte ein Überraschungskandidat: Alvaro Negredo vom FC Sevilla.

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Der Maulwurf hat den Fernseher eingeschaltet und verfolgt, wie alle Deutschen, gebannt die Pressekonferenz mit Miroslav Klose.Weitere Bilder anzeigen
1 von 15Foto: Kai-Uwe Heinrich
27.06.2012 13:02Der Maulwurf hat den Fernseher eingeschaltet und verfolgt, wie alle Deutschen, gebannt die Pressekonferenz mit Miroslav Klose.

Das war eine hübsche Idee, mit einem 1,85 Meter langen Stürmer Portugals rustikale Innenverteidiger Pepe und Bruno Alves in Verlegenheit zu bringen. Allein, sie ging nicht auf. Negredo konnte sich nie gewinnbringend in das Kurzpassspiel der kleinen Zauberer Xavi Hernandez, Andres Iniesta und David Silva einfügen. Eher unfreiwillig bereitete er die erste Chance des Spiels vor, als ihm Iniestas schöne Vorlage vom Fuß sprang, glücklicherweise direkt in den Lauf von Alvaro Arbeloa. Der Verteidiger schoss sofort, allerdings ein paar Zentimeter zu hoch, genau wie Iniesta bei der zweiten Chance, und da war schon eine halbe Stunde rum.

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