EM in Finnland : Für Ariane Hingst ist die Fußball-EM beendet

Die Frauen-Nationalmannschaft muss im Halbfinale der EM gegen Norwegen auf Abwehrchefin Ariane Hingst verzichten. Ihre Schmerzen und das Knacken im Knie sind ein sicheres Zeichen für einen Außenmeniskuschaden.

Helsinki - Für die deutsche Fußball-Nationalspielerin Ariane Hingst ist die Europameisterschaft in Finnland beendet. Die 30 Jahre alte Abwehrchefin zog sich im Viertelfinale am Freitag gegen Italien (2:1) wie befürchtet eine Verletzung des Außenmeniskus im linken Knie zu und muss operiert werden. „Wir haben ihr Knie manuell untersucht. Dabei zeigten sich die Meniskus-Tests positiv – mit Schmerzen und einem Knacken direkt über dem Gelenkspalt. Das sind sichere Zeichen für einen Außenmeniskus-Schaden“, teilte DFB-Teamarzt Bernd Lasarzewski mit. Eine Operation von Hingst, die auf eigenen Wunsch bei der Mannschaft bleibt, ist nach Ansicht Lasarzewskis „unumgänglich“.

Damit ist die Hoffnung auf eine schnelle Genesung für Hingst einen Tag nach dem Einzug ins EM-Halbfinale am Montag gegen Norwegen (18 Uhr, live in der ARD und bei Eurosport) zerstört. „Wenigstens ist es diesmal das andere Knie. Ich wechsele ab“, sagte Hingst in einem Anflug von Galgenhumor. Dabei war ihr direkt nach der Partie noch zum Heulen zumute gewesen. Trainerin Silvia Neid sprach von einem „großen Verlust“, den sie erst einmal verdauen müsse. Die 45-Jährige fühlte mit ihrer Abwehrchefin: „Für uns alle ist der Ausfall nicht schön, aber am schlimmsten ist es für Arie“, sagte Neid. Der Rückschlag ist für die 30-jährige Hingst besonders bitter, weil sie wegen eines Knorpelschadens im rechten Knie zuvor viele Monate ausgefallen war, sich mühsam wieder herangekämpft und den Sprung in den EM-Kader gerade noch geschafft hatte.

Auch wenn Hingst nun ausfällt, bleibt Torhüterin Nadine Angerer optimistisch: „Sicher wird uns Ariane mit ihrer Erfahrung, dem guten Passspiel und ihrer Kopfballstärke fehlen. Aber ich habe auch großes Vertrauen zu den anderen.“ Dass die Norwegerinnen nach einem 3:1-Sieg gegen Schweden ins Halbfinale einzogen, erstaunt Angerer: „Ich war felsenfest überzeugt, dass die Schwedinnen gewinnen. Sie waren bisher für mich die beste Mannschaft des Turniers.“ dpa

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