Sport : EM Irrsinn

Auf einem Plakat, das vor dem ersten EM-Spiel der Schweiz über einem öffentlichen Pissoir in der Baseler Innenstadt angebracht war, las der Liebhaber gängiger Klopoesie dies: „Wenn es bei der Nati auch so gut läuft wie bei euch, dann holen wir uns den Titel.“ Mittlerweile, nach dem Ausscheiden der Schweiz, macht das Pinkeln hier nur noch halb so viel Spaß. Zumal das Plakat nun wie ein alter feuchter Putzlappen an der Wand hängt. Der versierte Public-Toilet-Pinkler steht vor einer fast kahlen Wand und merkt: Nichts läuft. Es fehlt einfach die Animation. Da loben wir uns doch Toiletten, die immer noch auf den Irrsinnklassiker, den „Klokicker“, schwören. Und legen diesen all den Schweizer Public-Toilet-Areas, den Gasthäusern und Trinkhallen ans Herz, bei denen auf Klo tote Hose ist. Denn einerseits erinnerte der „Klokicker“ nicht ständig an das katastrophale Auftreten des Gastgebers bei der EM. Andererseits bringt nicht mal Achterbahnfahren im Fantasialand so viel Spaß wie eine Partie Klokicker. Hier ist man zu Hause, hier ist man Mensch – vor allem der treffsichere Stehstrahlemann, der in seiner Freizeit auch auf Fliegen zielt.

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