EM-Qualifikation : Der Tag der Favoriten

Kroatien und die WM-Finalisten Italien und Frankreich haben ihr EM-Ticket gebucht, England hat sein Schicksal dank israelischer Hilfe wieder selbst in der Hand und auch die Türkei darf hoffen.

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Ticket gelöst. Durch das 2:1 von Christian Panucci fährt Italien zur EM. -

HamburgAm vorletzten Spieltag der Qualifikation zur Fußball-Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz sind weitere Entscheidungen gefallen.

Im strömenden Regen von Glasgow sicherte sich Italien durch einen Blitztreffer von Bayern-Stürmer Luca Toni und einen Last-Minute-Treffer von Christian Panucci einen 2:1 (1:0)-Erfolg gegen Schottland und machte die EM-Teilnahme für sich selbst und für Frankreich perfekt. Die 1996 zuletzt qualifizierten Schotten müssen hingegen als Dritter der Gruppe B wieder zu Hause bleiben. Ein großer Kampf und der zwischenzeitliche Ausgleich durch Barry Ferguson (65.) nutzte ihnen nichts.

England muss warten

In England herrschte hingegen lange vermisster Jubel. Durch das 2:1 (1:0) Israels gegen Russland kann sich die Auswahl des umstrittenen Nationaltrainers Steve McClaren mit einem Sieg im Heimspiel am Mittwoch gegen Kroatien aus eigener Kraft qualifizieren. Die Kroaten standen dank der israelischen Unterstützung schon vor ihrem Spiel in Mazedonien am Samstagabend als EM-Teilnehmer fest. Den Russen würde bei einem England-Sieg auch der erwartete Erfolg in Andorra nichts mehr nützen. Der Ausgleichstor von Diniyar Bilyaletdinow (61.) war in Tel Aviv zu wenig. Israel war durch Elianiv Barda (10.) früh in Führung gegangen und Omar Golan machte in der Nachspielzeit den Sieg perfekt.

Auch die Türkei hat wieder allerbeste Chancen auf die erste EM-Teilnahme seit dem Jahr 2000. Tore von Emre (31.) und Nihat (59.) sicherten den Türken ein 2:1 (1:1) in Norwegen, bei einem Gegentreffer von Erik Hagen (10.). Im abschließenden Spiel am Mittwoch empfängt die Türkei Bosnien-Herzgowina und wäre bei einem Sieg wie Gruppenspitzenreiter und Titelverteidiger Griechenland bei der EM dabei. Norwegen will auf Malta seine letzte Chance nutzen. Bislang sind die Gastgeber Schweiz und Österreich sowie Deutschland, Griechenland, Rumänien, Tschechien, Italien, Frankreich und Kroatien für das Turnier vom 7. bis 29. Juni 2008 qualifiziert.

Italiener in Trauerflor

Die nach dem Tod eines Fans mit Trauerflor angetretenen Italiener erwischten einen perfekten Start. Antonio di Natale bediente im Strafraum Toni, und der Bayern-Angreifer zeigte mit einem Schuss per rechtem Außenrist seine Klasse. Die Schotten brauchten einige Minuten, um sich von dem Schock des Rückstands zu erholen. Doch dann machten sie angetrieben von ihren weiter leidenschaftlichen Fans mächtig Druck. Als Zambrotta (16.) den Ball im Strafraum mit angelegtem Arm blockte, forderten die Hausherren Strafstoß. Glück hatte Schottland, dass der schwache Schiedsrichter Manuel Mejuto Gonzales einen regulären Treffer von di Natale (31.) wegen angeblicher Abseitsstellung nicht anerkannte.

In der zweiten Halbzeit kontrollierten die Italiener zunächst das Spiel, ohne sich weitere Torchancen zu erspielen. Doch auf der Gegenseite fiel ein Treffer: Nach einem Freistoßabpraller war Ferguson zur Stelle. Obwohl er im Abseits stand, wurde der Treffer anerkannt. Die Italiener dürfte dies nicht weiter stören, denn Panucci sorgte mit seinem Kopfball-Treffer in der Nachspielzeit für großen Jubel. (mit dpa)

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