EM-Qualifikation : DFB-Frauen landen Kantersieg gegen die Schweiz

Die Weltmeisterschaft kann kommen: Mit einem eindrucksvollen 7:0 haben sich die deutschen Fußballerinnen für das WM-Turnier in China warm geschossen.

Ulli Brünger[dpa]

Koblenz 19 Tage vor dem WM-Auftaktmatch gegen Argentinien ließ die Auswahl von Silvia Neid der Schweiz im EM-Qualifikationsspiel in Koblenz nicht den Hauch einer Chance und baute ihre Führung in der Gruppe 4 aus. Nach Siegen gegen die Niederlande (5:1) und Wales (6:0) hat die Elf des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nun neun Punkte auf dem Konto und nimmt souverän Kurs auf die Europameisterschaft 2009 in Finnland.

Vor 11.280 begeisterten Zuschauern im Stadion Oberwerth, wo die deutschen Frauen vor 25 Jahren gegen die Eidgenössinnen (5:1) ihre Länderspiel-Premiere gefeiert hatten, schossen Sandra Smisek (14.), Melanie Behringer (16./35.), Birgit Prinz (33.) und Kerstin Garefrekes (53./64./90.) mit einem Hattrick den 12. Sieg im 13. Spiel gegen die Schweiz fast mühelos heraus. Der Welt- und Europameister präsentierte sich in glänzender Spiellaune, zeigte tolle Kombinationen und gehört in dieser Form bei der WM (10. bis 30. September) zum engsten Favoritenkreis. Der 200. Sieg im 292. Länderspiel der Historie geriet zum wahren Fußballfest und hätte sogar noch höher ausfallen können.

Konzentrationsschwächen in der Anfangsphase

Während die Offensive um die überragende Spielführerin und Rekordnationalspielerin Prinz, die ihren 164. Einsatz im DFB-Dress verbuchte, mit zahlreichen gelungenen Aktionen glänzte, wirkte die deutsche Abwehr nur in der Anfangsphase etwas unkonzentriert. Ein- ums andere Mal tauchten die Schweizerinnen frei vor der sicheren DFB-Torhüterin Nadine Angerer auf, konnte die Chancen aber nicht nutzen.

Auf der Gegenseite hatte die gute Torfrau Marisa Brunner, die in der Bundesliga für den SC Freiburg spielt, viel Glück, dass sie nicht schon vor der Pause ein Debakel erlebte. Gleich vier Mal scheiterten Prinz (2), Garefrekes und Behringer in der ersten Hälfte am Pfosten. Dennoch konnten die Fans wunderschöne Tore am Fließband feiern.

DFB-Präsident zieht Frauen-Spiel dem Klassiker in Wembley vor

Viel Spaß auf der Tribüne hatten auch die ehemaligen Frauen-Trainer Gero Bisanz und Tina Theune-Meyer sowie Theo Zwanziger. Der DFB-Präsident verzichtete auf die Reise nach London, wo die Männer am Abend im Wembleystadion auf England trafen und ließ es sich nicht nehmen, das muntere Spiel zu verfolgen. Auch bei der anschließenden DFB-Gala "25 Jahre Frauen-Länderspiele" war Zwanziger gut gelaunt dabei. "Ich bin mit Herz und Vernunft hier, um meine Anerkennung für die hervorragenden Leistungen in 25 Jahren Frauenfußball zum Ausdruck zu bringen", sagte er.

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