EM-Qualifikation : Löw will mehr Luft im Spielplan

Der internationale Terminkalender bietet nicht mehr genug Luft für die Nationalmannschaft, findet Bundestrainer Joachim Löw. Deshalb ist auch er für eine Vorqualifikation kleiner Fußballnationen.

Nürnberg - Fußball-Bundestrainer Joachim Löw stimmt in die aktuelle Kritik am internationalen Rahmenterminplan mit ein. "Diese geballte Fülle von Spielen tut nicht gut, dem Fan nicht und nicht den Spielern. Es leidet die Qualität", sagte der 46-Jährige dem Fachmagazin "Kicker". Gerade jüngere Spieler bräuchten zwischendurch auch mal eine richtige Trainingswoche. Außerdem müsse man auch mehr an die Gesundheit der Spieler denken.

Daher plädiere auch er vor einer Welt- oder Europameisterschaft für eine "Vorqualifikation der wirklich kleinen Länder wie Andorra, Luxemburg, Liechtenstein, die Färöer Inseln oder San Marino. Denen macht es doch auch keinen Spaß, wenn sie zweistellig verlieren".

Diesen Vorschlag will der frühere DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder bereits auf der nächsten Exekutivkomiteesitzung der Europäischen Fußball-Union (UEFA) Anfang Oktober auf die Tagesordnung setzen lassen. Mit der Einrichtung eines Sponsorenpools will der 73-Jährige die finanzielle Einbußen der kleineren Verbände abfedern, die im Falle einer Vorqualifikation auf lukrative Partien gegen die Top-Nationen verzichten müssten. San Marino kassierte für das Heimspiel gegen Deutschland (0:13) rund eine Million Euro.

"Man findet kaum noch einen freien Tag"

Ungeachtet dessen fordert Löw aber auch auf nationaler Ebene ein Umdenken. Als Beispiel kritisierte der Bundestrainer die geplante Ausweitung des Liga-Pokals auf 16 Mannschaften und mit Terminen bis über Weihnachten. "Da frage ich mich: Wo soll das denn hinführen."

Zwar habe auch er keine Patentlösung. Beim DFB werde man sich aber intern mit der Problematik im Kompetenzteam beschäftigen und mit der Liga reden. "Tatsache ist doch: Wenn man den ganzen Rahmenterminkalender sieht, findet man kaum einen Tag, der nicht verplant ist. Damit haben die Vereinstrainer genauso zu kämpfen wie der Bundestrainer. Wir machen ja in diesem Jahr nicht mal mehr einen Leistungstest, weil er keinen Sinn macht." (tso/ddp)

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