EM-Qualifikation : Podolski wirbelt Deutschland zum Sieg

Mit einem in neuer Rolle groß auftrumpfenden Lukas Podolski ist die deutsche Fußball-Nationalmannschaft mit einem 4:0 über Zypern in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Trainer Löw überraschte bei der Aufstellung.

Jens Mende,Klaus Bergmann
Poldi_Klose Foto: ddp
Traumpaar. Das Offensivduo Klose-Podolski präsentiert sich in bester Laune. -Foto: ddp

HannoverBeim 4:0 (2:0) gegen die überforderten Zyprer gelang der DFB-Auswahl in Hannover nach zuletzt zwei sieg- und torlosen Spielen die von Bundestrainer Joachim Löw geforderte Wiedergutmachung. Beim 50. Sieg in der EM-Qualifikation überzeugte beim WM-Dritten vor allem die Offensive: Neben Clemens Fritz (2.), Miroslav Klose (20.) und Thomas Hitzlsperger (82.) trug sich vor 45.016 Zuschauern auch der beim FC Bayern München oft gescholtene Podolski (53.) in die Torschützenliste ein. Mit einem weiteren Sieg am Mittwoch in Frankfurt am Main gegen Wales will die bereits für das Turnier in Österreich und der Schweiz qualifizierte deutsche Mannschaft nun auch noch für einen erfolgreichen Abschluss der 15-monatigen Ausscheidung zur Euro 2008 sorgen.

Nach zuletzt unbefriedigenden Leistungen zeigte die deutsche Mannschaft endlich wieder Engagement und Feuer und rehabilitierte sich für die 0:3-Schlappe gegen die Tschechen. Mit seiner mutigen und offensiven Aufstellung hatte Bundestrainer Löw selbst das Signal dafür gegeben und Podolski als hängende Spitze auf dem linken Flügel aufgeboten. In Abwesenheit der verletzt fehlenden Kreativkräfte Michael Ballack, Bernd Schneider und Bastian Schweinsteiger sprühte der Münchner geradezu vor Spielfreude und Einsatzbereitschaft, leitete zu zwei Toren mit präzisen Vorlagen die Vorarbeit und krönte seine Vorstellung mit dem 24. Treffer im 43. Länderspiel.

Als Gewinn im Mittelfeld entpuppte sich zudem der Bremer Fritz, der für seinen Offensivdrang mit dem zweiten Länderspiel-Treffer belohnt wurde und das 2:0 uneigennützig vorbereitete. Etwas im Schatten dieses Duos standen Thomas Hitzlsperger und Piotr Trochowski, von denen nicht so viel Wirkung ausging. Im Angriff unterstrich Klose mit dem 36. Länderspiel-Treffer einmal mehr seinen immensen Wert für die Mannschaft. Dem in der DFB-Rangliste nun auf Position acht vorgerückten Münchner fehlt nur noch ein Tor, um mit Team-Manager Oliver Bierhoff gleichzuziehen. Auch Nebenmann Mario Gomez bot eine engagierte Vorstellung, war aber ohne das nötige Glück im Abschluss.

Torhüter Jens Lehmann, bei seinem Club FC Arsenal seit August ohne Spielpraxis, wurde im 50. Länderspiel erst in der 45. Minute durch den Cottbuser Efstathios Aloneftis erstmals geprüft und reagierte mit Fußabwehr glänzend. Einen Ausflug Lehmanns aus dem Tor hätten die Gäste jedoch beinahe mit dem Anschlusstor (58.) bestraft. Die in WM-Besetzung spielende Abwehr war gegen die Zyprer, die sich nicht einigelten und stets mitzuspielen versuchten, jedoch nicht immer auf Ballhöhe.

Bei nasskaltem Wetter erwischte die deutsche Mannschaft dank Lukas Podolski einen Bilderbuchstart: Der Münchner setzte sich auf dem linken Flügel mit energischem Antritt gegen drei Zyprer durch und zog den Ball von der Torauslinie in die Mitte, wo Fritz nach nur 74 Sekunden unbedrängt zum 1:0 einköpfen konnte. Der schnellste Treffer in der Ära Löw war die erhoffte Initialzündung für den WM-Dritten, der auch wieder die zuletzt vermisste Spielfreude aufblitzen ließ. In der 20. Minute war Podolski mit einem Pass auf Philipp Lahm auch Ausgangspunkt des zweiten Treffers. Die weite Flanke des Münchner Verteidigers legte Fritz zurück auf Klose, der den Ball zwischen zwei zyprischen Abwehrspielern hindurch zum 2:0 ins Tor schob.

Drei Minuten später verhinderte Torhüter Antonis Georgallidi gegen den frei zum Schuss kommenden Mario Gomez das mögliche 3:0. Wenig später landete ein abgefälschter Versuch von Trochowski (30.) neben dem Tor. Im zweiten Durchgang behielten die Gastgeber ihre Linie bei und wurden acht Minuten nach Wiederbeginn durch den überragenden Podolski mit dem dritten Tor belohnt. Dabei lenkte der 22-Jährige eine scharfe Hereingabe seines Clubkollegen Klose über die Linie. Wenig später verhinderte Georgalladi mit glänzender Reaktion sogar einen Doppelschlag des Ex-Kölners (57.), der acht Minuten vor dem Ende mit einem weiteren unwiderstehlichen Antritt Hitzlsperger den Ball zum 4:0 auflegte. (mit dpa)

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