Sport : EM-Splitter: Die Fußball-Börse

Aus mehreren Gründen ein guter Tag für die Börse. Der Fax mit frischem Elan auf die aktuellen Entwicklungen. Die Analysten begrüßen erst einmal das Ausscheiden des englischen Teams. Denn dadurch ist die Gefahr ausgestanden, dass durch die Aktivitäten der Hooligans der gesamte Handel gefährdet wird. Die Unsicherheit, ob und wenn ja wann England ausgeschlossen wird, hatte sich in den letzten Tagen lähmend auf den Geschäftsfluss ausgewirkt.

Das endgültige Löschen der Deutschen aus dem Handelsregister der Euro bejubeln die Experten ebenso. Die beiden unbeweglichen Riesen stehen für all das, was die moderne Wirtschaft verabscheut: Reformunfähigkeit, Entscheidungsschwäche, mangelnde Durchsetzungskraft. Man kann es auch so sagen: new economy gegen old economy. And the winner is: Portugal. Ein Tipp an die Deutschen: Holt McKinsey, der Rest läuft dann von ganz allein.

Eine positive Überraschung ist allerdings die Entwicklung auf dem osteuropäischen Markt. Wer hätte noch vor wenigen Tagen darauf spekuliert, dass ausgerechnet Rumänien - gerne verspottet als das "Armenhaus Europas" - in buchstäblich letzter Minute einen derart guten Abschluss tätigt. Interessante Randbemerkung: Der entscheidende Elfmeter eine Minute vor Schluss wurde verwandelt von Stürmer Ganea, der derzeit weitergebildet wird in Stuttgart. Für irgendetwas, wie am Mittwoch der Osteuropa-Experte Helmut S. analysierte, "ist Made in Germany also doch noch gut".

England jedenfalls hat mit seinem Abgang die Erwartungen erfahrener Statistiker bestätigt. Es war wie immer bei großen Turnieren: Trotz exzellenter Einzelspieler (Beckham, Owen, Shearer) keine corporate identity.

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