Sport : EM-Splitter: Die Fußballbörse

An der Euro-Börse stieg die Stimmung rechtzeitig zur Zwischenbilanz sprunghaft an. Die Tendenz des Vortages hielt an, der zwischenzeitige Verlust der Orientierung scheint endgültig überwunden zu sein. Befreit von traditionellem englischen und deutschen Ballast kletterte der Fax auf Rekordhöhe und schloss am Ende der Vorrunde 20 Punkte höher als am Vortag. Selbst das zuvor als wertlos und unbedeutend gehandelte Spiel der Franzosen gegen die Holländer lag deutlich über den Erwartungen. Die sich nun ergebenden Konstellationen nähren die Fantasie. Besonders vom Sonntag, wenn sich die Konzerne von Spanien und Frankreich sowie die Jugoslawiens und Hollands beharken, erwarten Analysten einen weiteren Höhenflug der Gesamtbewertung. Christoph A. vom Frankfurter Markt: "Das wird der Hammer."

Gewaltige Bewegungen zeigte der spanische Wert. Dazu nötig war allerdings bei aller Innovation die Besinnung auf sehr konservative Tugenden der Geschäftsphilosophie: Mehrarbeit und Überstunden. Dass bei dieser Aktion dem norwegischen Papier die Luft ausging, bekümmert nicht allzu viele - ohnehin hatte nur der Münchner Anleger Paul Breitner die Nordländer auf dem Zettel, und dass der mit seinen Tipps daneben liegt, ist die Branche längst gewohnt.

Zum Rentenmarkt, wie der deutsche Markt seit Dienstag auch heißt. Anwachsende Unruhe und augenscheinliche Irritation im Aufsichtsrat um Vizechef Mayer-Vorfelder lassen Anleger höchst vorsichtig agieren. Der zum Vorstandsvorsitzenden auserkorene Christoph Daum hat dankend abgelehnt, die Suche nach Personal und Orientierung geht weiter. Die alten Kräfte verdrücken sich. Laut Börsen-Analyst "Bild" ist das auch gut so: "Euch wollen wir nie mehr sehen!"

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