Sport : EM-Splitter: Kant als Bundestrainer (Kommentar)

Heidegger betrachtete das Subjekt ontologisch aus der Differenz des Seins vom Seienden, Kant dagegen nicht als Seiendes, sondern als ermöglichenden Grund der Erkenntnis. Hallo? Alle noch da? Das war jetzt, zugegeben, ein ziemlich anspruchsvoller Einstieg, und dennoch relativ leichte Kost. Denn die Meisterdenker des neuen Deutschland haben längst ein viel höheres Abstraktionsniveau erreicht, das nur noch Wenigen den Zugang zu ihren Gedankengebäuden erlaubt. Prof. Dr. Erich Ribbeck, Inhaber des Lehrstuhls für fußballpädagogische Didaktik und Hermeneutik an der Gesamtvolkshochschule Köln, erhebt sich mit seiner Auffassung vom Subjekt weit über Heidegger und Kant: "Grundsätzlich werde ich versuchen, zu erkennen, ob die subjektiv geäußerten Meinungen subjektiv sind oder objektiv. Wenn sie subjektiv sind, würde ich an meiner objektiven Linie festhalten. Wenn sie objektiv sind, werde ich überlegen und vielleicht die objektiven, subjektiv geäußerten Meinungen der Spieler mit in meine Objektive einfließen lassen." Hui! Sehen wir mal davon ab, dass Flüssigkeit in Objektiven schlicht nichts zu suchen hat, so besagt der Satz etwa Folgendes: "1. Entweder reden die Spieler dummes Zeug, oder nicht. 2. Wenn ja, mache ich so weiter wie immer. 3. Wenn nein, ändere ich vielleicht meine Meinung." Dann wäre allerdings klar, dass Fußballprofessor Ribbeck nichts gesagt, sondern allenfalls einen auf die Birne bekommen hat, wie man bei uns im Havelland sagen würde. Das Subjekt als ermöglichender Grund der Erkenntnis? Besser, wir holen diesen Kant als Bundestrainer. Und zwar sofort.

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