Sport : Ende aller Unschuld

Benedikt Voigt

Vor einiger Zeit wäre folgende Nachricht auf Skepsis gestoßen: Nach einem Bericht der Zeitung „De Telegraaf“ hat die Justiz Untersuchungen begonnen, ob im niederländischen Fußball betrügerische Machenschaften vorliegen. Verdacht hätten einige Spieler der Ehrendivision und der Ersten Division erweckt, die mehr Bargeld für teure Häuser und Luxusautos ausgegeben hätten, als sie sich angesichts ihrer Gehälter leisten können. Inzwischen ruft eine solche Nachricht aber nur noch einen kurzen Seufzer hervor. Jetzt auch die Niederlande.

Die Liste der Länder mit Fußballskandalen wird länger und länger. Neben Deutschland kämpften auch Tschechien, Belgien, Griechenland und Finnland gegen Sportbetrüger. Und natürlich Italien. Dort wird gegenwärtig die gesamte Serie A erschüttert, das Ausmaß ist noch lange nicht klar. Hier nur der aktuelle Stand: Nun werden Schwarzgeldkonten des ehemaligen Sportdirektors von Juventus Turin unter anderem im Vatikan vermutet, weiterhin wird auch gegen den AC Mailand ermittelt, und Nationaltrainer Marcello Lippi musste aussagen, ob er bei der Nominierung der Nationalspieler unter Druck gesetzt worden war.

Der Fußball hat schon länger seine Unschuld verloren. Wer immer noch an die Ehrlichkeit im Sport glaubt, ist hoffnungslos naiv.

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