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Ende der Ära Bernie Ecclestone : Nico Rosberg: "Wandel war überfällig"

Nach fast 40 Jahren wird Bernie Ecclestone als Formel-1-Geschäftsführer entmachtet. Die neuen Eigentümer müssen die Rennserie jetzt reformieren.

Zwei Formel-1-Größen a. D. Ex-Chef Bernie Ecclestone und der zurückgetretene Weltmeister Nico Rosberg.
Zwei Formel-1-Größen a. D. Ex-Chef Bernie Ecclestone und der zurückgetretene Weltmeister Nico Rosberg.Foto: dpa

Bernie Ecclestone ist entmachtet. Die Formel 1 schlägt nun ohne ihren Alleinherrscher einen neuen Kurs ein. Nach knapp 40 Jahren als Geschäftsführer der Königsklasse des Motorsports wurde Ecclestone vom neuen Besitzer Liberty Media abgesetzt und durch den US-Amerikaner Chase Carey ersetzt. Der mittlerweile 86-jährige Ecclestone soll sein Wissen und seine Kontakte zumindest noch als Ehrenpräsident einbringen dürfen. Mit dem früheren Mercedes-Teamchef Ross Brawn und dem langjährigen ESPN-Manager Sean Bratches haben die neuen Besitzer nach der vollständigen Übernahme der Formel 1 auf der Führungsebene noch weitere gravierende Umbaumaßnahmen getroffen.

Die gravierendste betrifft aber Ecclestone. „Ich bin stolz auf das Geschäft, das ich über die vergangenen 40 Jahre aufgebaut habe und auf all das, was ich mit der Formel 1 erreicht habe“, wurde der Brite in einer offiziellen Mitteilung zitiert. Seinen erzwungenen Abgang hatte er schon zuvor verraten. „Ich wurde heute abgesetzt. Bin einfach weg“, zitierte das Fachmagazin „Auto, Motor und Sport“ am Montagabend Ecclestone, der Ende der 70er Jahre die TV- und Vermarktungsrechte der Formel 1 gekauft und damit den Grundstein seines milliardenschweren Imperiums gelegt hatte.

„Bernie, mega Job! Aber ein Wandel war überfällig“, schrieb der Ende des vergangenen Jahres zurückgetretene Weltmeister Nico Rosberg bei Twitter und wünschte dem nominellen Nachfolger Glück. „Mr. Carey, nur das Beste dabei, unseren Sport wieder fantastisch zu machen.“ McLaren-Geschäftsführer Zak Brown erinnerte indes an das Vermächtnis Ecclestones: „Wir sollten heute alle einem beachtlichen Unternehmer Tribut zollen. Man wird ihm nur schwer nachfolgen können.“

„Bernie, mega Job! Aber ein Wandel war überfällig“, schrieb Nico Rosberg bei Twitter

Auch Liberty Media zollte Ecclestone Respekt. Man wolle „Bernie danken für seine Führungskraft über die Jahrzehnte“, sagte Carey und verkündete sogleich die Übernahme der Formel 1 als perfekt. „Der Sport ist heute, was er ist, wegen ihm und dem talentierten Team von Führungskräften, das er geführt hat.“

Hat bald austelefoniert? Zumindest in Diensten der Formel, Bernie Ecclestone.
Hat bald austelefoniert? Zumindest in Diensten der Formel, Bernie Ecclestone.Foto: dpa/Xhemaj

Eine neue Führung soll die Formel 1 nun modernisieren. Dafür holte Liberty Media zwei Fachleute. Der frühere Mercedes-Teamchef Brawn wird in einem neu geschaffenen Direktorenposten für den Bereich Motorsport verantwortlich sein, der langjährige ESPN-Vertriebsexperte Bratches verantwortet ein Ressort für Vermarktung.

Das Ziel: Die Formel 1 soll mit neuen Konzepten noch attraktiver und profitabler werden. Ecclestone nahm zuletzt in erster Linie über die Vermarktung Gelder ein, hinzu kamen die Gebühren von den Rennstreckenbetreibern. Andere Bereiche wie soziale Medien oder den Verkauf von TV-Rechten hatte der Brite gar nicht oder nur unzureichend beachtet. Als „dysfunktional“ soll der neue starke Mann Carey der BBC zufolge dieses Modell bezeichnet haben.

Konkrete Pläne sind nun noch nicht bekannt. Doch Liberty Media wird dem Vernehmen nach durch TV-Rechte, eine bessere Digital-Strategie, verstärkte Bemühungen auf dem US-Markt und Investoren-Modelle die Einnahmen weiter steigern wollen.

Zwei Monate vor dem Saisonauftakt am 26. März in Melbourne wird Ecclestone die Umwälzungen in seinem Lebenswerk nur noch als Beobachter verfolgen. „Meine Tage im Büro werden jetzt etwas ruhiger“, sagte der frühere Gebrauchtwagenhändler. „Vielleicht komme ich auch mal zu einem Grand Prix. Ich habe immer noch viele Freunde in der Formel 1. Und ich habe noch genug Geld, um mir den Besuch bei einem Rennen leisten zu können.“ (dpa)

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