Sport : Ende der Diskussion

Bayern zahlt wegen Geheimvertrags drei Millionen Euro

Daniel Pontzen

Mit einem Vergleich haben der FC Bayern München und die Deutsche Fußball Liga (DFL) ihren Streit um den Geheimvertrag des deutschen Rekordmeisters mit der Kirch-Gruppe beendet. Wie die DFL am Samstag bekannt gab, zahlt der FC Bayern drei Millionen Euro. 2,5 Millionen Euro gehen an den Ligaverband, 500 000 Euro spendet der Verein nach eigenen Angaben an Not leidende Kinder im Irak.

Das Verhältnis zwischen der DFL und dem Bundesliga-Tabellenführer bleibt nach der Einigung angespannt. Beide Parteien wiederholten in Presseerklärungen ihre unterschiedlichen Rechtsstandpunkte. Der Vorstand des FC Bayern sei davon überzeugt, „weder gegen Statuten noch gegen die Lizenzauflagen“ verstoßen zu haben. Der Club habe dennoch dem Kompromiss „auf freiwilliger Basis zugestimmt, um langwierige juristische Auseinandersetzungen, die dem deutschen Fußball insgesamt Schaden zugefügt hätten, zu vermeiden“. Die DFL hatte das Verhalten des FC Bayern im Zusammenhang mit dem Kirch-Vertrag als „moralisch verwerflich“ bezeichnet. Das wiederum brachte sowohl Franz Beckenbauer als auch Karl-Heinz Rummenigge auf die Palme. „Dümmer kann man eine Presseerklärung nicht formulieren“, sagte Beckenbauer, und Rummenigge, der Vorstandsvorsitzende der FC Bayern AG, sagte: „Diese Presseerklärung ist eine Beleidigung des FC Bayern.“

Im Februar war bekannt geworden, dass der FC Bayern Ende 1999 mit der Kirch-Gruppe einen geheimen Vertrag abgeschlossen hatte. In den Spielzeiten 2000/2001 und 2001/2002 nahm der Klub dadurch 21,47 Millionen Euro ein. Die DFL-Geschäftsführung sei zur Auffassung gelangt, dass der FC Bayern einen Teil der Gelder der gesamten Liga hätte zur Verfügung stellen müssen. „Des Weiteren hat der FC Bayern aus Sicht der DFL das Solidaritätsprinzip der gesamten Liga durch Gestaltungsmissbrauch missachtet und somit gegen die im Sport unverzichtbare Fairness verstoßen“, hieß es in der DFL-Erklärung: „Andererseits kommt die DFL in der weiteren Bewertung des Vertrages zu der Ansicht, dass der FC Bayern der Kirch-Gruppe in Teilbereichen Rechte eingeräumt hat, die nicht in der Dispositionsgewalt der Liga bzw. der DFL liegen und Einnahmen hieraus insoweit nicht der Liga zustehen.“ Die DFL kritisierte vor allem, dass Manager Uli Hoeneß in der TV-Kommission saß, die im Mai 2000 einen vierjährigen TV-Vertrag für die Liga mit der Kirch-Gruppe ausgehandelt hatte. Zum Zeitpunkt der Gespräche der Kommission sei der FC Bayern bereits den Geheimvertrag mit der Kirch-Gruppe eingegangen. Insbesondere diesen Vorwurf wiesen die Bayern zurück. „Einem Uli Hoeneß menschliche Verwerflichkeit vorzuwerfen, ist ein Witz. Die Atmosphäre zur DFL ist vergiftet“, sagte Rummenigge.

„Wir haben uns unsere Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagte DFL-Geschäftsführer Wilfried Straub. „Aber trotz unserer Rechtsauffassung würden wir die Liga im Falle einer prozessualen Auseinandersetzung mit dem FC Bayern mit einem Restrisiko belasten, inwieweit der Gesamtvorgang justiziabel ist.“ Deshalb habe sich die DFL für den nichtjuristischen Weg entschieden.Die Zahlung erfolge zur freien Verwendung des Ligaverbandes. Der FC Bayern wollte den kompletten Betrag karitativen Organisationen zukommen lassen.

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