Sport : Ende der Eskapaden

Ingo Schmidt-Tychsen

Mehr als die Hälfte aller Trikots von Hertha BSC werden mit der Nummer 10 verkauft. Die Nummer 10 ist auf dem Fußballplatz dem wichtigsten Mann vorbehalten. Der Antreiber im Mittelfeld trägt sie, der die anderen mitreißen soll. Beim Bundesligisten Hertha BSC trägt Marcelinho die 10. In der abgelaufenen Spielzeit war er noch immer die herausragende Figur mit zwölf Toren und ebenso vielen Vorlagen. Die Fans würden ihm die dreiste Urlaubsverlängerung nach seinem ersten Treffer vergeben. Aber mitreißen kann der Brasilianer die junge Hertha nicht mehr.

Er zieht sie nach unten mit seinen hängenden Schultern, er bringt sie durcheinander mit seinen Eskapaden. „Darf ich das auch, wenn ich nur gut spiele?“, werden sich die talentierten Boatengs und Chaheds bald fragen, wenn Marcelinho bleiben sollte. Marcelinho macht seinen Verein lächerlich, wenn er den Trainingsstart verpasst, es aber nicht für nötig befindet anzurufen. Er verhindert die Aufbruchstimmung, die um die junge Mannschaft erzeugt werden soll. Bei Hertha wird derzeit gern über die deutsche Nationalmannschaft gesprochen, die sich so gut mit dem Klub vergleichen ließe. Unter Jürgen Klinsmann hätte Marcelinho sicher nicht gespielt. Egal, wie viele Trikots mit der Nummer 10 sich verkaufen. So konsequent sollte Hertha BSC auch sein.

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