Sport : Ende der Pause

Andre Görke

Mit exzessiven Gefühlsausbrüchen haben es die Osteuropäer bekanntlich nicht so. Das war an Walerij Lobanowski zu sehen, dem so starr auf seiner Trainerbank verharrenden Nationaltrainer der Ukraine, über den sich in den vergangenen Tagen mancher amüsierte. Unions Trainer Georgi Wassilew - gewiss, er ist Bulgare und somit eher Südosteuropäer - muss diese Eigenschaft auch irgendwie haben. Regungslos und frustriert nahm Wassilew in den vergangenen Wochen die Niederlagenserie seines Klubs hin. Gestern Abend nun aber, da stand Wassilew in seiner Coachingzone und klatschte vor Freude in die Hände. Der 1. FC Union hatte sich im Duell der Aufsteiger der zweiten Fußball-Bundesliga beim Karlsruher SC vor 11 000 Zuschauern im Wildparkstadion ein 1:1 erkämpft.

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Bundesliga-Tippspiel: Das interaktive Fußball-Toto von meinberlin.de Die vergangenen Wochen müssen frustrierend für Wassilew gewesen sein. Seitdem der 1. FC Union Ende September wegen des Länderspielwochenendes pausiert hatte, ist so ziemlich alles schief gelaufen. Damals stand Union noch auf einem Aufstiegsplatz zur Bundesliga. Danach aber flog der Klub aus dem Uefa-Pokal, holte aus vier Zweitligaspielen einen Punkt und schoss dabei lediglich ein Tor. Union dümpelt mittlerweile im Mittelfeld der Liga herum.

Jetzt aber hatten die Köpenicker wieder zwei Wochen Pause - dieses Mal offenbar mit einem positiven Effekt. "Hoffentlich tat uns das diesmal gut. Wie eine Mannschaft nach einer Pause so kraftlos spielen konnte, ist mir immer noch ein Rätsel", hatte ein sichtlich angespannter Wassilew vor dem Spiel noch gesagt.

Wassilew wirkte auch später nicht wirklich gelöst. Ein paar Sekunden waren gespielt, da tauchte KSC-Spieler Daniel Graf allein vor Unions Keeper Sven Beuckert auf, schoss den Ball aber in den Nachthimmel. Nach 24 Minuten war es Unions Abwehrspieler Ivan Kozak, der den Ball aus dem Strafraum treten wollte, aber genau auf Beuckert schoss. Kurz vor der Halbzeit musste der Keeper auch noch bei einem Schuss von Unions Mittelfeldspieler Ronny Nikol retten. Nach der Pause war er machtlos: Karlsruhes Mittelfeldspieler Daniel Graf traf zum 1:0. Zehn Minuten vor Abpfiff erzielte dann Unions eingewechselter Stürmer Harun Isa den Ausgleich. Trainer Wassilew hüpfte auf und ab und schrie seinen Frust der vergangenen Wochen heraus. Ein schönes Bild nach diesen so bitteren Wochen.

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