Sport : Ende der Preisspirale

Der Deutsche Fußball-Bund verlängert den Fernsehvertrag mit ARD und ZDF

Joachim Huber

Profifußball muss in Deutschland mindestens noch bis 2009 gespielt werden. Bis zu diesem Datum haben der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die öffentlich-rechtlichen Anstalten ARD und ZDF ihren Fernsehvertrag verlängert. Die beiden wertvollsten Punkte sind sicherlich die Heimspiele der deutschen Nationalmannschaft und die Begegnungen um den DFB-Pokal. Dazu kommen die Übertragungsrechte für die Frauen-Bundesliga, die Regional- und Oberligen der Herren. Anders als im noch gültigen Vertrag sind von 2004 an auch die Heimspiele der Frauen-Nationalmannschaft im Rechtepaket enthalten.

Zum Preis sagt keiner der drei Vertragspartner etwas. Immerhin, ARD-Sprecher Rüdiger Oppers und ZDF-Sprecher Alexander Stock sagten dem Tagesspiegel, der Preis für den neuen Vertrag bewege sich auf dem Niveau des alten. Rund 380 Millionen Euro soll der gekostet haben. Angeblich liegt der neue Vertrag sogar etwas darunter. Für die Sender komme er auf jeden Fall günstiger, weil sich der Wert erhöht habe: einmal durch die Berücksichtigung der Heimspiele des Frauen-Nationalteams, zum anderen durch erweiterte Übertragungsrechte bei den Pokal-Runden.

Die öffentlich-rechtlichen Sender zeigen sich mit dem Vertragsabschluss sehr zufrieden: „Die Preisspirale nach oben ist gestoppt“, betonte Oppers. Er wollte nicht spekulieren, ob ARD und ZDF noch einen günstigeren Abschluss hätten erzielen können. „Sehr zufrieden“, was den Preis angeht, ist DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder. Eigentlich wollte er mehr, wollte zu den bisher bezahlten 380 Millionen Euro einen Zuschlag von 75 Millionen herausholen. „Solche Zahlen passen nicht ins gesamtwirtschaftliche Umfeld“, meinte ARD-Sprecher Oppers.

Dass der neue Vertrag bei seinem finanziellen Volumen quasi den Status quo fortschreibt, kann die Verantwortlichen des Profi-Fußball trotzdem freuen. Erste und Zweite Bundesliga haben den Schock der Kirch-Insolvenz, die die TV-Einnahmen um 30 Prozent reduziert, noch nicht verdaut. Da kommt der neue Fernsehvertrag mit ARD und ZDF gerade recht, von dem zwar in erster Linie der Fußball-Verband profitiert. Die Bundesligisten werden partizipieren, in welcher Höhe, ist noch nicht verhandelt. „Die Gespräche über die Verteilung des Geldes haben noch nicht begonnen“, sagte DFB-Sprecher Harald Stenger. Insider prophezeien, diese Verhandlungen würden härter als der Deal zwischen Verband und Sendern.

ARD und ZDF betonen, mit dem DFB-Vertrag ihr Soll beim Fußball-Programm im Fernsehen erfüllt zu sehen. Damit würden sie als Nachfrager, als Konkurrenten für die nächsten TV-Abkommen wegfallen: bei der Champions League, die RTL nur bei deutlich geringeren Kosten über die jetzige Saison hinaus weiter übertragen will, bei der Fußball-Bundesliga, bei der Sat 1 über eine Vertragsverlängerung heftig nachdenkt. Die Taschen der Privatsender sind zugenäht.

Erst für die hochattraktive WM 2006 in Deutschland werden aus den Sendern wieder harte Konkurrenten. ARD-Sprecher Oppers glaubt nicht, dass die Öffentlich-Rechtlichen mit dem DFB-Vertrag in Vorteil kommen: „Das ist leider eine andere Baustelle.“

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