Sport : Ende der Reise

In Istanbul fehlen Eintracht Frankfurt nur acht Minuten zum Weiterkommen im Uefa-Cup

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Istanbul - 82 Minuten lang war der Traum für die Spieler von Eintracht Frankfurt zum Greifen nahe, nach dem späten 2:2 (1:0) bei Fenerbahce Istanbul wähnten sie sich in einem Albtraum. Nur langsam löste sich der Schock über das abrupte Ende der Abenteuerreise durch Europa, deren Fortsetzung schon in Reichweite lag. In der Kabine herrschte Grabesstille, und auch später fanden nur wenige ihre Sprache wieder. „Wir haben gefightet bis zur letzten Minute, deshalb ist das doppelt bitter“, sagte der sichtlich enttäuschte Kapitän Markus Weissenberger nach dem Aus in der Uefa-Pokal-Gruppenphase.

Mit hängenden Köpfen und wehmütigem Blick verließ der Tross des Fußball-Bundesligisten den Bosporus. „Mir tut es sehr leid, dass die Mannschaft nicht für ihr aufopferungsvolles Spiel belohnt wurde“, sagte Vorstandschef Heribert Bruchhagen. „Wir waren nahe dran am Ziel. Die Spieler sind total enttäuscht, da nützt es nichts, sie zu trösten.“ Ungeachtet der Tatsache, dass seine junge Mannschaft mit drei Unentschieden und einer Niederlage nur den letzten Platz in der Gruppe H belegte, zog Friedhelm Funkel ein positives Fazit. „Der Auftritt im Uefa-Cup war ein Traum“, sagte der Trainer. „Dass wir in der stärksten Gruppe mitgehalten haben, ist toll. Wir können stolz darauf sein, wie wir uns verkauft haben.“

Nach zwei Kopfballtoren des Japaners Naohiro Takahara jeweils zu Beginn der Halbzeiten schienen sich die Frankfurter Hoffnungen auf ein Überwintern im Uefa-Pokal zu erfüllen. Doch die späten Gegentore von Tuncay (63.) und Semih (82.) rissen die Hessen im Hexenkessel des Sükrü-Saracoglu-Stadions aus allen Träumen. Dennoch fand Funkel lobende Worte. „Diese Leistung haben nur wenige meiner Mannschaft zugetraut. In einer heißen Atmosphäre ist sie cool aufgetreten, daher verdient sie ein ganz großes Kompliment. Es ist sehr schade, dass wir nicht weitergekommen sind. Uns hat ein Quäntchen Glück und Cleverness gefehlt“, sagte der Coach.

Seine Spieler vermochte er damit nicht zu trösten. Zu sehr waren sie nach der Enttäuschung mit sich beschäftigt. „Eigentlich waren die doch am Ende“, stellte Abwehrspieler Patrick Ochs fest. Und Benjamin Köhler gestand selbstkritisch: „Das hätten wir uns nicht mehr aus der Hand nehmen lassen dürfen. Wir haben unsere Konter nicht gut genutzt.“ Köhler selbst hatte in einer solchen Situation die große Chance zum 3:0 ausgelassen.

Obwohl die Art und Weise des Ausscheidens besonders wehtat, erwartet Funkel keine Nachwirkungen. „Ich wüsste nicht, warum die Mannschaft nach so einer guten Leistung in ein Loch fallen sollte“, erklärte der 53-Jährige im Hinblick auf die zwei ausstehenden Aufgaben der Hinrunde. Am Samstag will die Eintracht ihre respektable Bundesliga-Hinserie mit einem Punktgewinn bei Hertha BSC abschließen, drei Tage später soll gegen den 1. FC Köln der Einzug in das Viertelfinale des DFB-Pokalwettbewerbs perfekt gemacht werden. Benjamin Köhler gab in der Stunde der Enttäuschung schon einmal das neue Ziel aus: „Vielleicht kommen wir jetzt ins Pokal-Endspiel.“ dpa

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