Sport : Ende der Rotation

Rob Zepp wird die Nummer eins im Eisbären-Tor

Katrin Schulze

Berlin - Don Jackson schien ein wenig genervt zu sein. Als der Trainer der Eisbären nach dem 3:2-Sieg am Sonntag gegen Köln mal wieder nach der Torwartsituation in seinem Team gefragt wurde, reagierte er flapsig. „Daran hat sich nichts geändert.“ Nur fünf Tage später hat sich etwas geändert: Bisher durften sich Youri Ziffzer und Rob Zepp von Spiel zu Spiel abwechseln. Doch heute nun erhält Zepp im Spitzenspiel der Deutschen Eishockey-Liga gegen die Nürnberg Ice Tigers (19.30 Uhr, Sportforum) zum zweiten Mal in Folge den Vorzug vor seinem 21-jährigen Kontrahenten Ziffzer.

Einen Grund für seinen Sinneswandel hat Jackson. „Es kommt eine Zeit, in der einer zeigen muss, wie großartig er sein kann“, sagt der Trainer. Ziffzer, der die Entscheidung zugunsten des Kanadiers Zepp gestern vor dem Training erfuhr, reagiert nach außen gefasst. „Es war klar, dass wir uns nicht ewig abwechseln können.“ Dass Jackson gerade zu diesem Zeitpunkt vom Rotationsprinzip im Tor abweicht, ist allerdings schon überraschend. Zu oft hatte er in den vergangenen Wochen erklärt, wie gut beide Torhüter seien, und dass es keinen Anlass gebe, an der Situation etwas zu ändern. „Es ist normal, dass man bei so vielen Saisonspielen die Goalies wechselt“, sagte er oft, „das ist kein Problem für die Mannschaft.“ Die Erfolge – neun von elf Spielen haben die Berliner gewonnen – schienen Jackson bisher Recht zu geben. Sowohl Zepp als auch Ziffzer überzeugten zuletzt. „Ich denke, dass ich bisher eine solide Leistung gezeigt und keine großen Fehler gemacht habe“, sagt Ziffzer. Auch Kapitän Steve Walker betonte gestern, dass die Mannschaft mit beiden Torhütern im Rücken ein gleich gutes Gefühl habe.

Warum weicht der Trainer dann von seiner bislang so konsequenten Linie ab? Ausschlaggebend für Jacksons Entscheidung könnte das Spiel der Eisbären gegen Köln gewesen sein, in dem Zepp im Schlussdrittel mit seinen Paraden der Mannschaft den knappen Sieg sicherte. „Im Moment liegt Rob ein Stück vorn“, sagt EHC-Manager Peter-John Lee. So deutlich will sich Jackson hingegen nicht positionieren. Es gebe keinen Hinweis darauf, dass der 26-jährige Zepp nun stets den Vorzug vor Ziffzer bekäme. Schon am Sonntag beim Spiel in Düsseldorf könne die Situation wieder eine andere sein. Darauf hofft auch der zum Ersatz degradierte Ziffzer. „Man kann den Kopf in den Sand stecken oder rausgehen und kämpfen“, sagt er. Für ihn sei nur die zweite Alternative eine echte Lösung.

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