Ende der Winterpause : Konkurrenzkampf beim 1. FC Union

Beim 1. FC Union müssen vor dem ersten Pflichtspiel im neuen Jahr auch die Stammspieler um ihren Platz kämpfen – kurz vor Transferschluss verpflichten die Berliner den Tunesier Tijani Belaid.

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Ein Nationalspieler für Union. Der Tunesier Tijani Belaid kommt nach Berlin.
Ein Nationalspieler für Union. Der Tunesier Tijani Belaid kommt nach Berlin.Foto: dapd

Die Fußballer des Zweitligisten 1. FC Union blicken mit Spannung dem Training am Mittwoch und am Donnerstag entgegen. In den Einheiten unter Ausschluss der Öffentlichkeit wird Trainer Uwe Neuhaus wohl wieder eine A- und B-Mannschaft aufstellen und somit zumindest den betroffenen Akteuren weitere Rückschlüsse für die Startelf für den Punktspielauftakt am Freitag beim SC Paderborn erlauben. Dass Neuhaus so kurz vor dem Start noch am Tüfteln ist, liegt an der sportlich nicht optimal verlaufenen Vorbereitung.

„Wir haben es verpasst, uns selbst mehr Gewissheit zu verschaffen, wie weit wir sind“, hatte Neuhaus nach dem letzten Freundschaftsspiel am Sonntag gegen den dänischen Zweitligisten AB Kopenhagen gesagt. Im dritten und letzten Testspiel hatte es nach den Niederlagen gegen den Drittligisten FC Cadiz (0:3) und den Viertligisten SD San Fernando (2:4) im Rahmen des einwöchigen Trainingslagers in Südspanien endlich beim 2:1 einen Sieg gegeben. Doch die überraschende Aufstellung und die katastrophale Chancenverwertung gegen einen keinesfalls eingespielten Kontrahenten verstärkten eher die Zweifel am Ist-Zustand der Köpenicker. Mit Abwehrchef Christian Stuff, Kapitän Torsten Mattuschka und Hinrunden-Überraschung Christopher Quiring hatten gleich drei potenzielle Stammspieler zunächst nur auf der Bank gesessen.

Ausschließlich als Bluff war das wohl nicht zu verstehen, eher als Warnung. „Ihr habt die Poleposition“ hatte Neuhaus beim Trainingsspiel zwei Tage vor dem Test gegen Kopenhagen seiner A-Elf zugerufen, zu der zu diesem Zeitpunkt noch Stuff, Mattuschka und Quiring angehörten. Das Trio konnte seinen Vorsprung jedoch nicht behaupten und durfte gegen Kopenhagen erst im zweiten Abschnitt auf den Rasen.

Zusätzliche Konkurrenz im Kampf um die Stammplätze haben die Spieler gestern bekommen, denn Union hat den 24 Jahre alten Tijani Belaid verpflichtet. Der in Paris geborene offensive Mittelfeldspieler kommt von Apoel Nikosia. Der Sohn tunesischer Eltern wechselte 2004 als 17-jähriger zu Inter Mailand, wo er 2005 sein Debüt in der Serie A feierte, aber meistens im Nachwuchsteam spielte. „Wir haben Tijani schon länger beobachtet und kennen seine Qualitäten“, sagte Neuhaus. „Ich bin überzeugt davon, dass er unserem Spiel wichtige Impulse geben kann.“ Vielleicht ja schon in Paderborn.

Der Trainer kann sich den Luxus der Rotation jedenfalls erlauben. Für die Köpenicker besteht angesichts des siebten Platzes in den letzten 15 Meisterschaftsspielen weder Auf- noch Abstiegsgefahr. Daher aber hat der Kampf um die Stammplätze für die neue Saison schon begonnen, weil es eben um nicht mehr so viel geht. Kein Spieler dürfe sich zu sicher fühlen, sagt Neuhaus.

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