Sport : Ende einer Ära

Sven Goldmann

über die Trainer-Findung beim FC Schalke 04 Ralf Rangnick also. Schalke 04 hat einen Trainer verpflichtet, mit dem nicht unbedingt zu rechnen war. Aber so eine Akquise ist immer eine Frage der Alternativen, und die waren nicht so zahlreich. Der Markt gibt nicht viel her, mal abgesehen von den immer wieder kursierenden holländischen Namen und den üblichen Verdächtigen. Wie Jürgen Röber, von dem Manager Rudi Assauer gern sagt, „dass der nie Trainer bei Schalke 04 wird, solange ich hier was zu sagen habe“. Oder Jörg Berger, den Schalke schon mal vor acht Jahren entlassen hat und der in drei Wochen 60 wird. Dann doch lieber Ralf Rangnick, von dem man seit seiner Entlassung in Hannover nur weiß, dass er nicht Kotrainer der deutschen Nationalmannschaft werden wollte.

Rangnick ist kompetent, er gilt als Erfinder der ballorientierten Raumdeckung. Nur ist der intellektuelle Fußballlehrer (Spitzname: Professor) das exakte Gegenteil von Schalkes Manager Assauer. Viel spricht dafür, dass der Mann mit dem proletarischen Charme lieber den ihm wesensverwandten Klaus Toppmöller verpflichtet hätte. Aber zum einen darf Toppmöller seinen Job in Hamburg nach dem Sieg über Hertha BSC behalten, zum anderen lag Assauer bei seinen jüngsten Trainerverpflichtungen (Frank Neubarth, Marc Wilmots und Jupp Heynckes) nicht besonders gut. Der Aufsichtsrat hat in den letzten Tagen in ungewohnt scharfem Ton zu erkennen gegeben, er werde die Alleingänge seines Managers nicht länger hinnehmen. So spricht vieles dafür, dass Rangnicks Verpflichtung nicht Assauers Werk war. Dann war sie der Anfang vom Ende einer Ära auf Schalke.

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