Sport : Ende einer Bühnenshow

fmb

Der Aufstieg von Jürgen Demmel zum Geschäftsführer der Internationales-Stadionfest-GmbH verlief kurios. In einer seltsamen Sitzung der Istaf-Gesellschaftervereine wurde der Leichtathletik-Abteilungsleiter des OSC Berlin in sein Amt gehievt. Der SCC und der OSC nutzten die geringfügige Verspätung eines BSC-Vertreters, um Demmel zu bestellen. Eine fast bühnenreife Aktion, allerdings eine rechtswidrige. Demmels Bestellung ist rechtsunwirksam, das hat nun das Landgericht Berlin festgestellt. Geklagt hatte der BSC. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Nun ist Krisenmanagement nötig. Offiziell kein Problem. Denn das Istaf verkündet in einer Pressemitteilung, dass der Aufsichtsrat den Gesellschaftervereinen empfiehlt, Demmel neu - diesmal rechtswirksam - zu bestellen und Meeting-Direktor Franke als zweiten Geschäftsführer zu installieren. So wird es wohl auch kommen. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Denn nach Tagespiegel-Informationen hat der Aufsichtsrat auch vorgeschlagen, Demmel nur für begrenzte Zeit, für wenige Wochen, zu bestellen. So lange, bis sich Franke eingearbeitet hat. Anschließend wäre Franke dann alleiniger Geschäftsführer. Demmel bliebe reiner Berater.

Schließlich scheint es undenkbar, dass der BSC Demmel längere Zeit als Geschäftsführer akzeptieren würde. Dazu ist der Klub zu verärgert über Demmels defensive Informationspolitik. Außerdem wird Demmel angelastet, dass das Istaf 2001 wohl mit rund 250 000 Mark Verlust abschließt. Doch von roten Zahlen war am Abend des Meetings noch nichts zu hören. Da verkündete Meeting-Direktor Franke stolz: "Das Istaf 2001 macht keine Verluste."

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