Sport : Ende einer langen Serie Die Füchse sind abhängig von der ersten Reihe

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Kein Durchkommen. Iker Romero erzielte gegen Frisch Auf Göppingen zwar drei Treffer, konnte die Niederlage der Berliner aber nicht abwenden. Foto: dpa
Kein Durchkommen. Iker Romero erzielte gegen Frisch Auf Göppingen zwar drei Treffer, konnte die Niederlage der Berliner aber nicht...Foto: Fishing4

Berlin - Nach acht Minuten hatte Velimir Petkovic genug gesehen. Der Trainer von Frisch Auf Göppingen bahnte sich seinen Weg zum Kampfgericht, wütend knallte er die Grüne Karte auf den Tisch. Auszeit. Im Mittwochabendspiel der Handball-Bundesliga lag Petkovics Team zu diesem Zeitpunkt bereits mit 0:5 gegen die Füchse zurück, die Berliner schienen auf dem besten Weg, ihre saisonübergreifende Serie von zwölf Punktspielsiegen auszubauen. Nach der Auszeit lief beim Team von Trainer Dagur Sigurdsson allerdings nicht mehr viel zusammen. Die Göppinger spielten sich unterdessen in einen Rausch, legten bis zur Pause einen 12:4-Lauf hin – und bejubelten am Ende einer umkämpften Partie einen 26:24-Sieg. Die erste Saisonniederlage für die Füchse war zugleich die erste in der Bundesliga seit dem 22. März (32:33 bei den Rhein-Neckar Löwen).

Entsprechend groß war die Enttäuschung. „Wenn man so einen langen Lauf hat, ist es immer bitter, wenn man mal wieder verliert“, sagte Sigurdsson. Trotzdem wollte er seiner Mannschaft keine Vorwürfe machen, im Gegenteil. „Wir haben bis zum Schluss gekämpft. Aber Göppingen hat sich kaum Fehler geleistet. Es war einfach nicht unsere Paarung.“

Gegen den neunmaligen Deutschen Meister wurde – wie bereits beim knappen Sieg gegen Wetzlar am Sonntag (25:23) – aber auch deutlich, wie sehr die Berliner von ihrer ersten Reihe abhängig sind. In der Breite kann es der Kader eben doch nicht auf Dauer mit den ganz großen und finanzstärkeren Vereinen aus Kiel, Hamburg oder Mannheim aufnehmen. „Wirtschaftlich sind wir gezwungen, alle Probleme mit dem vorhandenen Kader zu bewältigen“, sagt Manager Bob Hanning.

Weitere Neuzugänge wird es also nicht geben, trotz Doppelbelastung aus Bundesliga und Champions League. Mit der Partie gegen Medwedi Tschechow (Sonntag, 16.30 live bei Eurosport) beginnt für die Füchse eine harte Phase mit zwei Pflichtspielen pro Woche. Dieser Mittwoch-Sonntag-Takt dauert zunächst bis zum 23. Oktober an. „Ich sehe das aber nicht als dramatisch an“, sagt Dagur Sigurdsson. Vielmehr freut sich der Trainer auf das Erlebnis Champions League. „Die Mannschaft hat sich diesen Wettbewerb mit tollen Leistungen verdient. Die Champions League ist für fast alle von uns eine neue Erfahrung. Wir haben da nicht den ganz großen Druck.“

Trotzdem hoffen die Berliner darauf, die Vorrunde zu überstehen. „Wir können jeden Gegner schlagen, auch wenn er internationales Top-Format hat“, sagt Rechtsaußen Johannes Sellin. An Selbstbewusstsein mangelt es den Füchsen nicht. Daran ändert auch die Niederlage in Göppingen nichts. Christoph Dach

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