Sport : Ende einer Serie

Bochum verliert erstmals seit zehn Spielen: 1:2 gegen Schalke

Richard Leipold

Bochum. Vor dem Bundesligaspiel gegen Schalke 04 verriet Peter Neururer in einem Interview, welchen Menschen er am meisten bewundere. „Meine Schwägerin, sie schneidet mir die Haare.“ Doch bei aller Bewunderung: Die Scherenkunst der Frau war seit längerem nicht mehr erwünscht. Der Fußball-Lehrer des VfL Bochum pflegt nur nach Niederlagen zum Friseur zu gehen. Bevor Schalke ins Ruhrstadion kam, hatte seine Mannschaft zehn Bundesligarunden ohne Niederlage überstanden. Beim 2:1 im Ruhrderby beendete der FC Schalke 04 diese Serie und schickte Neururer zum Haareschneiden. Dank des Sieges verkürzten die Gelsenkirchener den Rückstand auf den Tabellenfünften Bochum auf zwei Punkte. „Wir sind zutiefst enttäuscht, so ein Spiel gegen einen Rivalen wie Schalke zu Hause zu verlieren“, sagte Neururer.

Bochums Verteidiger Meichelbeck nutzte die anfängliche Überlegenheit mit einem Kopfstoß zur Führung. Die Schalker Abwehr wirkte des Öfteren ungeordnet; vor allem Torhüter Ünlü verbreitete mit haarsträubenden Fehlern Unsicherheit. „Er wusste, dass es ein Schlüsselspiel war, und war deshalb sehr nervös“, sagte sein Trainer Jupp Heynckes. Zweimal kam dem verwirrten Torwart ein Verteidiger zu Hilfe und schlug den Ball vor der Linie aus der Gefahrenzone.

In der zweiten Halbzeit beschränkte die Heimelf sich darauf, den knappen Vorsprung zu verwalten. „Wir waren nicht mehr imstande, nach vorne zu spielen“, sagte Neururer. Den Schalkern dämmerte allmählich, was auf dem Spiel stand. In der hektischen Schlussphase musste VfL-Torhüter Rein van Duijnhoven sich geschlagen geben – zum ersten Mal nach 911 Minuten ohne Gegentor im Ruhrstadion. Verteidiger Thomas Kläsener traf zum Ausgleich. Fünf Minuten später besiegelte der eingewechselte Stürmer Michael Delura mit dem 2:1 die erste Bochumer Heimniederlage nach sechzehn Spielen. Am Ende hatte sogar Ünlü sein Erfolgserlebnis. In Bedrängnis lenkte er den Ball über den Querbalken. Als die für ihn furchtbare Partie zu Ende war, brach er in Tränen aus.

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