Sport : Ende eines Streits

Der 1. FC Köln trennt sich von Sportdirektor Finke.

Ich hab meine Meinung, Ihr habt Eure. Finke lag in Köln nicht mehr auf Linie. Foto: dapd
Ich hab meine Meinung, Ihr habt Eure. Finke lag in Köln nicht mehr auf Linie. Foto: dapdFoto: dapd

Köln - Der Zeitpunkt mag überraschen, die Trennung jedoch nicht. Nach wochenlangen atmosphärischen Störungen hat der 1. FC Köln die Zusammenarbeit mit Sportdirektor Volker Finke beendet. Das gab der Verein am Samstagabend nur wenige Stunden nach dem 1:0-Sieg gegen Hertha BSC bekannt. Grund seien „unterschiedliche Auffassungen über die Weichenstellungen im Fußball-Bereich“, hieß es in einer Mitteilung. Dies sei das Ergebnis mehrerer Gespräche zwischen Vertretern der Gesellschafterversammlung des 1. FC Köln und Finke. Laut Verein erfolgte die Trennung „einvernehmlich und mit sofortiger Wirkung“.

Der Schritt kam deshalb nicht völlig unvorhergesehen, weil sich das Verhältnis zwischen dem Sportdirektor und Trainer Stale Solbakken in den vorigen Wochen kontinuierlich verschlechtert hatte. Auf beiden Seiten herrschten unterschiedliche Vorstellungen zur Zusammensetzung des Kaders. So stand Finke nach dem Transfer von Angreifer Chong Tese in der Winterpause in der Kritik. Zudem wurde ihm eine kritische Einstellung zu dem in Köln herrschenden Personenkult um Nationalspieler Lukas Podolski nachgesagt. Gerüchte über seine Ambitionen, mittelfristig auf die Trainerbank zurückkehren zu wollen, hielten sich trotz diverser Dementis hartnäckig.

Mit der Verpflichtung von Finke am 18. Dezember 2010 als Nachfolger von Michael Meier war in Köln die Hoffnung auf bessere Zeiten verbunden. Der langjährige Trainer des SC Freiburg, der nach einem Gastspiel in der japanischen J-League in die Bundesliga zurückkehrte, galt als Mann für erfolgversprechende Konzepte. Nach dem überraschenden Rücktritt von Trainer Frank Schaefer im April 2011 kehrte Finke für drei Spiele auf die Trainerbank zurück. Für den anschließenden Coup mit Solbakken erhielt er zunächst viel Lob. Doch die anfänglich harmonische Zusammenarbeit endete im Streit und mit dem Rückzug des bis 2013 vertraglich gebundenen Finke. dpa

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