Sport : Endgültiges Ende

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Stefan Hermanns über Hans Meyer und seinen möglichen Nachfolger

Man mag es gar nicht glauben, dass die Humoreske um Hans Meyer und seine Weiterbeschäftigung bei Hertha BSC heute tatsächlich ein Ende, ein endgültiges Ende sozusagen, finden soll. „Deutschland zittert und wartet“, hat Herthas Trainer gesagt und damit noch einmal den absurden Aspekt der Situation hervorgehoben. Mehrere Male sind die vom Verein angekündigten abschließenden Gespräche vertagt worden, und man möchte zu Gunsten von Manager Dieter Hoeneß annehmen, dass er die Verwirrung nur dazu gestiftet hat, um – unbemerkt von der Öffentlichkeit – mit seinem Wunschkandidaten in Kontakt treten zu können.

Es passt zu Herthas misslich verlaufender Saison, dass sich die Trainerfrage kurz vor der Entscheidung weiter verkompliziert hat. Am Samstag ist Falko Götz bei 1860 München entlassen worden, und es bedarf keiner großen gedanklichen Transferleistung, um zu erkennen, dass Götz mit dem Moment seiner Entlassung zum potenziellen Hertha-Trainer geworden ist. Mancher Fan wird das stetige Hinausschieben der Entscheidung im Fall Meyer sogar so deuten, dass Hoeneß nur so lange gewartet hat, bis Götz zu haben war.

Aus solchen Überlegungen spricht eine gewisse Naivität. Götz war in Berlin zwar genauso beliebt wie jetzt Meyer; doch seine Erfolge mit Hertha sind nur aus der Situation heraus zu verstehen, in der er Trainer wurde. Nach der Entlassung von Jürgen Röber konnte Götz eigentlich gar nichts falsch machen. Dass er nicht unfehlbar ist, hat er in München gezeigt. Trotzdem genießt Götz in Berlin einen exzellenten Ruf. „Der hatte ja sogar den Alves im Griff“, hat Mittelfeldspieler Pal Dardai gestern gesagt. Aber Alex Alves spielt gar nicht mehr für Hertha.

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