Endlich am Ziel : Clarke gewinnt British Open - Kaymer Zwölfter

Der Nordire Darren Clarke hat die 140. British Open der Golfprofis gewonnen. Für den 42-Jährige war es der erste Major-Titel seiner Karriere. Martin Kaymer hatte am Schlusstag keine Siegchance mehr.

Damit hatte er wohl selbst nicht mehr gerechnet. Darren Clarke gewinnt im Alter von 42 Jahren doch noch ein Major-Turnier.
Damit hatte er wohl selbst nicht mehr gerechnet. Darren Clarke gewinnt im Alter von 42 Jahren doch noch ein Major-Turnier.Foto: Reuters

Martin Kaymer griff beim Kampf um die Krone ins Leere, der nordirische Ryder Cup-Held Darren Clarke spielte bei der 140. British Open in Sandwich das Turnier seines Lebens. Der 42-Jährige aus Portrush feierte am Sonntag bei der Windlotterie in Kent mit 275 Schlägen (68+68+69+70) den ersten Majorsieg seiner Karriere. Kaymer fiel dagegen nach einer 73er Runde mit insgesamt 283 Schlägen (68+69+73+73) noch vom siebten auf den zwölften Rang zurück.

Wenigstens verteidigte Deutschlands Golfstar Platz drei in der Weltrangliste. Schlaggleiche Zweite wurden die US-Asse Dustin Johnson (70+68+68+72=278) und Phil Mickelson (68+70+69+71=278) vor dem Dänen Thomas Björn (65+72+71+71=279). „Die ersten Neun habe ich nicht gut gespielt, musste mich aber zusammenreißen, um den Score zusammenzuhalten. Dann habe ich versucht, den Rest unter Par zu spielen und wenigstens das ist mir gelungen“, erklärte Kaymer, aber bereits nach den ersten neun Löchern hatte er so gut wie alles verspielt.

Vier Bogeys bis zum ersten Birdie an der Zehn warfen den Rheinländer bei Windgeschwindigkeiten bis zu 53 Stundenkilometern und Regensturzbächen im Minutentakt zu früh und zu weit zurück. Die vielen Putts wurden ihm zum Verhängnis. Der Endspurt kam bei aller Angriffslust viel zu spät, um sich noch in den Kampf um die Plätze unmittelbar hinter der Spitze einmischen zu können.

Volksheld Clarke ließ sich dagegen frenetisch feiern. Er ist der erste Brite, der nach dem Schotten Paul Lawrie 1999 in Carnoustie wieder „The Open“ gewinnen konnte. Mit der „Claret Jug“-Trophäe (Silberne Rotweinkanne) in der Hand, genoss er den größten Triumph seiner 21-jährigen Profi-Karriere. 1997 hatte er mit Rang zwei bei der British Open in Troon den Majorcoup hinter dem US-Sieger Justin Leonard noch verpasst.

Clarke schlug auf dem Par 70-Kurs im Royal St. Georgès am Ärmelkanal der gesammelten Konkurrenz ein Schnippchen. Mit einer dicken Zigarre zwischen den Lippen trotzte der einstige Lebemann aus Ulster auf den Schlusslöchern dem widrigen Wetter - und wusste erneut die Massen hinter sich. Mehr als 180 000 Zuschauer insgesamt hatten die Turniertage beobachtet. Für seinen Erfolg erhielt Clarke 1,025 Millionen Euro aus der Gesamtdotierung von rund 5,7 Millionen Euro - und als Bonus unter anderem eine fünfjährige Spielgarantie bei den vier Majors der Saison.

Der Weltranglisten-Sechste Mickelson bot Clarke lange Paroli, rieb sich aber bei seiner atemberaubenden Aufholjagd auf. Wie Kaymer auf Rang sieben gestartet, hatte Mickelson mit seinem Eagle am siebten Grün sogar den Fünf-Schläge-Vorsprung von Spitzenreiter Clarke egalisiert - aber der konterte in meisterlicher Manier ebenfalls mit einem Eagle am gleichen Loch und ließ sich den Titel nicht mehr nehmen. Die letzten Löcher wurden für Clarke zu einem einzigen Triumphzug. (dpa)

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