Sport : Endlich dienstbereit

Werder Bremen rehabilitiert sich beim 3:0-Sieg gegen Hannover

Frank Hellmann[Bremen]

Wilfried Sondag hat zuletzt viel Arbeit vom SV Werder Bremen erhalten. Der Psychologe nahm sich in jüngster Vergangenheit so oft wie nie zuvor der Bremer Profis an, um den nach drei Niederlagen in Folge verunsicherten Spielern in Einzelgesprächen Hilfe zu erteilen. Deshalb war das gestrige 3:0 (1:0) gegen Hannover 96 „ein Sieg für den Kopf und die Tabelle“, wie Sportdirektor Klaus Allofs zufrieden urteilte. Auch Trainer Thomas Schaaf empfand den mühsamen Sieg als „ganz wichtig für unseren weiteren Weg“.

Allerdings erleichterte es die Aufgabe der Bremer, dass nach nur 19 Minuten Hannovers Dariusz Zuraw den frei vor dem Tor stehenden Nelson Valdez foulte. Schiedsrichter Lutz Michael Fröhlich pfiff einen Elfmeter, den Valerien Ismael zum 1:0 verwandelte, und zeigte Zuraw die Rote Karte. Ein Vorfall, der die Bremer an ihr Champions-League-Spiel bei Inter Mailand erinnerte, als Ismael in ähnlicher Situation doppelt bestraft wurde. „So etwas tötet ein Spiel“, kritisierte Allofs, während Schaaf darum bat, „diese Regel zu überdenken. Im Sechzehner reicht ein Elfmeter als Strafe“.

Kurioserweise hatten die defensiv eingestellten Gäste in Unterzahl gute Chancen zum Ausgleich. Ismael rettete in höchster Not, Leandro köpfte an die Latte und scheiterte wenig später an Reinke. „Das waren drei tausendprozentige“, befand der enttäuschte Trainer Ewald Lienen. „In Gleichzahl wäre Werder zu packen gewesen“, sagte 96-Torwart Robert Enke, „es ist für uns heute sehr unglücklich gelaufen“.

Doch speziell nach der Einwechslung von Miroslav Klose 22 Minuten vor dem Ende gewann das Bremer Angriffsspiel wieder an Wirkung. Der 26-Jährige zeigte sein bislang bestes Spiel, seitdem er in Bremen ist. Erst bereitete er mit einem Kopfball das 2:0 durch den starken Johan Micoud vor, dann schoss der Nationalstürmer selbst das 3:0. „Ich hatte schwere Wochen hier. Aber ich kann auch als Joker treffen“, sagte Klose anschließend. Seine Situation als Einwechselspieler wollte er aber nicht beklagen. Nur die immer gleichen Nachfragen nervten ihn: „Ich sage jetzt fünfmal: Das war ein Befreiungsschlag für mich.“ Den der Trainer übrigens mit Genugtuung registrierte. „Miro hat ja hier nicht grottenschlecht gespielt“, sagte Schaaf.

Gut möglich, dass Werder schon am Mittwoch in der zweiten Runde des DFB-Pokals gegen Bayer Leverkusen das Experiment mit drei Spitzen wagt. „Auch das ist eine gute Variante“, findet jedenfalls Klose.

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