Sport : Endlich ein Gegner

Spandaus Wasserballer feiern den Titel und Duisburg

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Berlin - Hagen Stamm, Präsident des Wasserball-Bundesligisten Spandau 04 und Bundestrainer in Personalunion, lobte nach dem Gewinn des 31. Deutschen Meistertitels durch die Berliner seit 1979 zunächst einmal den Verlierer der Finalserie. „Außerordentlich super“ habe der ASC Duisburg gespielt. Vor allem in den ersten drei Partien der Best-of-Five-Serie hätten die Westdeutschen „wesentlich mehr Begeisterung entwickelt als Spandau“. Dennoch reichte es für den Titelverteidiger zum Titelgewinn.

Das vierte Spiel am Montagabend in Duisburg war eine Fortsetzung des bisherigen Final-Thrillers. Wie im Spiel zuvor erzielte Moritz Oeler erst in der Schlusssekunde den Siegtreffer zum 9:8. Dennoch war Stamm am Montag zufriedener als zuvor. „Diesmal waren wir in puncto Leidenschaft auf Augenhöhe und haben den Kampf angenommen.“

Der einstige Weltklasse-Center beobachtete das Geschehen quasi mit geteiltem Herzen. Hier das Spandauer Urgestein, da der Bundestrainer, dessen Mannschaft sich bei der WM in Schanghai für Olympia 2012 qualifizieren will. Spandau und Duisburg stellen das Gros der Auswahl. „Spandau bekommt den Titel nicht mehr geschenkt. Gut so. Einige der Jungen bei Duisburg haben sich enorm entwickelt“, sagte Stamm. Der deutsche Wasserball benötige mehr solche Duelle.

Stamm macht folgenden Vorschlag: „Eigentlich müsste das Finale im Best-of-Seven- oder Best-of-Nine-Modus ausgetragen werden, um für die stärksten deutschen Wasserballer nicht nur Pillepallespiele, sondern mehr echte Herausforderungen und Höhepunkte zu schaffen.“ Auch für Spandau sei es eine neue Erfahrung gewesen, „plötzlich auf jemanden zu treffen, der sich nicht versteckte, sondern ohne Angst seine Chance suchte“. Das könne dem Männer-Wasserball einen Schub verpassen. „Dieses Finale war das spannendste Endspiel, an das ich mich erinnern kann.“

Stamm weiß genau, dass das gebotene Niveau kein Einmalerlebnis bleiben darf. Schon am Freitag und Samstag gibt es beim Pokal-Final-Four die Chance, da weiterzumachen, wo das Meisterschaftsfinale endete. Und es wird wohl wieder eine spannende Angelegenheit, denn wahrscheinlich werden Spandau und Pokal-Titelverteidiger Duisburg im Finale erneut aufeinandertreffen.

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