Sport : Endlich, endlich

Maria Höfl-Riesch gewinnt die Super-Kombination in St. Moritz und feiert ihren ersten Saisonsieg.

Enge Linie. Maria Höfl-Riesch gewann mit hauchdünnem Vorsprung. Foto: dpa
Enge Linie. Maria Höfl-Riesch gewann mit hauchdünnem Vorsprung. Foto: dpaFoto: dpa

St. Moritz - Maria Höfl-Riesch konnte ihr Glück im Ziel kaum fassen. Mit der linken Hand schlug sie sich an den Helm und fiel der verdutzten Lindsey Vonn um den Hals. Aber Höfl-Riesch musste jetzt ihre Freude zeigen, sie hatte gerade ihren ersten Weltcup-Sieg in dieser Saison erreicht. Die Doppel-Olympiasiegerin aus Garmisch-Partenkirchen hatte die Super-Kombination in St. Moritz für sich entschieden – wenn auch nur mit hauchdünnem Vorsprung. Nur um drei Hundertstelsekunden lag die Deutsche vor der US-Amerikanerin.

„Ich hatte den Gedanken an einen Sieg schon abgehakt und nicht mehr an einen Erfolg geglaubt“, sagte Höfl-Riesch im Ziel. Denn Vonn hatte im Slalom ihren Vorsprung von 0,23 Sekunden aus dem Super-G bei der Zwischenzeit sogar ausgebaut. Doch dann leistete sie sich einen technischen Fehler, der sie wichtige Zeit kostete. Höfl-Riesch konnte damit ihren ersten Sieg seit mehr als elf Monaten feiern. Zuletzt hatte die Sportlerin vom SC Partenkirchen am 27. Februar 2011 im Super-G von Are ganz oben auf dem Treppchen gestanden.

„Ich hatte mich schon damit abgefunden, in diesem Winter kein Rennen zu gewinnen“, sagte Höfl-Riesch. Denn mit Vonn und der Österreicherin Marlies Schild gibt es genau in ihren Lieblingsdisziplinen zwei Ausnahmefahrerinnen, die in dieser Saison permanent siegen. „Es wäre bitter gewesen, die Saison ohne Sieg zu beenden“, sagte Höfl-Riesch. „Jetzt bin ich so froh, dass es endlich geklappt hat.“ In der vergangenen Saison hatte sie sechs Siege erreicht.

Noch am Freitag hatte sie sich nach dem 21. Platz in der ersten Super-Kombination von St. Moritz über ihr Material beklagt und verkündet, dass sie im Slalom „keine gute Abstimmung und keine Sicherheit habe“. Doch davon war nach ihrem zweiten Platz in der Abfahrt von Samstag einen Tag später im Slalom nichts mehr zu spüren. Selbstbewusst und gleichzeitig kontrolliert fuhr sie durch die Stangen und sicherte sich mit der viertbesten Laufzeit im Slalom den 21. Weltcup-Sieg ihrer Karriere.

Es hat nach Verletzungen und Krankheiten in diesem Winter lange gedauert, bis Höfl-Riesch zu ihrer Form aus der vergangenen Saison fand, in der sie den Gesamt-Weltcup für sich entschieden hatte. „Vielleicht muss man mal nach einem großen Erfolg eine kleine Krise bewältigen, um dann gestärkter aus ihr hervorzugehen“, hat Höfl-Riesch einmal gesagt. Und in St. Moritz machte sich bezahlt, dass sie Anfang Januar auf das Wochenende in Bad Kleinkirchheim verzichtet hatte, um ihre Erkältung auszukurieren.dapd

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