Sport : Endlich fettig essen

Formel-1-Fahrer Jenson Button startet heute beim Berliner Triathlon.

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Jenson Button beim Trithlon-Lauf
Alles für die Ausdauer. „Triathlon ist großartiges Training für uns“, sagt Jenson Button.Foto: afp

Berlin - Auf den ersten Blick hätten womöglich nur die wenigsten diesen Mann erkannt, der sich am Tag vor dem Berliner Triathlon unter die Athleten gemischt hat. Wenn da nicht diese Traube an Berichterstattern und Kameraleuten wäre, die sich umgehend an seine Fersen heftet. Klassischer Promi-Alarm.

„Is dit nicht dieser Formel-1-Fahrer?“, fragt ein Teilnehmer. „Recht haste“, sagt sein Nebenmann und zückt das Smartphone. Wenige Augenblicke später steht der junge Mann neben Jenson Button und macht ein Erinnerungsfoto mit dem Briten, dem er unter Umständen sogar auf der Strecke begegnen wird. Denn wenn heute am Spreeufer an der Stralauer Allee der Startschuss für den Berliner Triathlon ertönt, ist Button, der Formel-1-Weltmeister von 2009, der wohl prominenteste unter den 1100 Startern aus 50 Nationen.

Vor fünf Jahren hat der heute 33-Jährige seinen ersten Triathlon absolviert, damals bei brütenden Temperaturen auf den Philippinen. „Ich bin einfach ein Typ, der den Wettbewerb braucht, der mit sich selbst und mit der Zeit kämpfen muss“, sagt Button. „Außerdem ist Triathlon hervorragendes Training für uns Rennfahrer.“ Deshalb haben die sonst eher streng veranlagten Verantwortlichen seines Rennstalls McLaren auch nichts dagegen, dass Button mitten in der laufenden Saison, zwischen den Rennen von Montreal und seinem Heim-Grand-Prix in Silverstone, mal eben 1,9 Kilometer schwimmt, 90 Kilometer radelt und anschließend noch 21,1 Kilometer läuft. „Die Verletzungsgefahr ist nicht sehr groß“, sagt Button, „deshalb gibt es da keine Probleme.“

So absurd es auch klingen mag, soll Buttons erste Teilnahme am Berlin-Triathlon bei allen implizierten körperlichen Qualen vor allem eine Sache bringen: Spaß. Deshalb hat er auch gleich ein paar Freunde aus der Grafschaft Somerset mitgebracht, seiner Heimat. „Alte Kumpels“, sagt er, „wir sind ein Amateur-Team, das sich gegenseitig antreibt.“ Und das sich schon mal vorbereiten will auf den „Jenson Button Trust Triathlon“ am 14. Juli im englischen Bedfordshire, bei dem der Rennfahrer Geld für einen wohltätigen Zweck sammeln will.

Dass er dort oder heute in Berlin am Ende des Feldes landet, darum muss sich Button nicht sorgen. Der McLaren-Pilot zählt zu den besten Athleten im Formel-1-Zirkus, seine persönliche Bestzeit über die halbe Strecke des klassischen Ironmans liegt bei 4:29 Stunden. Zum Vergleich: Der ehemalige Welt- und Europameister Michael Raelert, der heute ebenfalls startet, hält mit 3:34:04 Stunden den aktuellen Weltrekord. Button sagt: „Vor den Profis habe ich allergrößten Respekt, auch wenn die mentale Belastung nicht so hoch ist wie in der Formel 1. Was sie jedoch im physischen Bereich leisten müssen, ist nicht vergleichbar mit einem normalen Rennen.“ Und da kann ein Fahrer durchaus drei bis vier Kilo Flüssigkeit verlieren.

Apropos Gewicht. „Im Grunde stehen wir während der Saison unter strenger Diät, weil wir unser Gewicht niedrig halten müssen“, erzählt Button. Da kann es schon mal vorkommen, dass der Verzehr von Kohlenhydraten über Wochen untersagt ist. So wie bei Button in den vergangenen 14 Tagen. „Deshalb habe ich mich auch so auf den Triathlon in Berlin gefreut“, sagt der Rennfahrer. „Drei Tage vor dem Rennen durfte ich so viele Kohlenhydrate und fettige Sachen in mich hineinstopfen wie schon lange nicht mehr.“ Selbst Wein und Bier sind vor dem Triathlon gestattet, „das ist schließlich gut für den Schlaf“, sagt Button.

Typisch deutsches Essen hat der 33-Jährige in seiner Zeit in Berlin allerdings noch nicht zu sich genommen, auch wenn das reich an Fetten und Kohlenhydraten sein kann. „Zu Mittag hatte ich heute Fish and Chips“, sagt Button, „da bin ich doch sehr britisch.“

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