Sport : Endlich im Mittelpunkt

Mathias Klappenbach bedauert Energie Cottbus für seinen Präsidenten

Mathias Klappenbach

Der Präsident fasste das selbst verursachte Chaos treffend zusammen. Gleich einen neuen Trainer zu präsentieren, wäre taktlos gewesen, sagte Ulrich Lepsch. Dabei wäre das professionell gewesen, taktlos war die Art der Entlassung von Petrik Sander. Schließlich wusste der Chef von Verein und örtlicher Sparkasse schon länger, dass er den Trainer loswerden wollte. Ersatz hätte also bereitstehen können.

Doch der hätte gleich wieder die ganze Aufmerksamkeit auf sich gezogen. So steht nun Lepsch im Mittelpunkt. Der Mann, der Energie vor dem finanziellen Aus bewahrt hat. Der Mann, der meint, die verbliebenen Schulden abgebaut zu haben und hauptverantwortlich für den Erfolg zu sein. Der Mann, der zu wissen glaubt, wie es in der Bundesliga zugeht. Richtig ist nur der erste Punkt. Der Schuldenabbau war durch den Verkauf von Munteanu und Radu möglich – Spieler, die unter Sander groß rausgekommen sind. Der weiß, wie es in der Bundesliga zugeht, weil er mit Cottbus drinblieb.

Lepschs Bild hingegen ist antiquiert. Die meisten Klubs haben eine moderne Führungsstruktur. Die Zeit der Präsidenten mit Allmachtsfantasien ist zum Glück vorbei, die der machtvollen Investoren in Deutschland noch nicht gekommen. Lepsch hat seine Verdienste; es ist gut, dass Cottbus in der Bundesliga ist. Obwohl man sich wünscht, sie hätten es ohne ihn dahin geschafft.Seite 23

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben