Sport : Endlich Ruhe

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Von Oliver Trust

Kaiserslautern. Robert Wischemann hat nie viel von zwei gleichberechtigten Trainern gehalten. Das, so fand der Aufsichtsratsvorsitzende in Kaiserslautern, sei Unsinn. Am Montag haben die Pfälzer mit Reinhard Stumpf einen von beiden entlassen, um endlich wieder Ruhe herzustellen. Andreas Brehme blieb.

Mannschafts-Kapitän Thomas Hengen war schon vor zwei Wochen für kurze Zeit zurückgetreten, weil er die Zustände für untragbar gehalten hatte. Intern hatte der Abwehrchef über das schlechte Verhältnis der Mannschaft zu beiden Trainern geklagt. „Wir wünschen uns mehr Ruhe. Es muss doch möglich sein, dass eine Kommunikation zwischen Kapitän, Mannschaft und den Trainern stattfindet." Es war vor allem Wischemann gewesen, der klare Verhältnisse verlangt hatte. Wischemann, der im Hauptberuf Insolvenzverwalter ist, sagte: „So geht es nicht weiter.“ Nun hat Andreas Brehme alleine das Sagen. Er wird sich aber nicht viele Niederlagen leisten können, sonst wird Wischemann aus dem Hintergrund ein weiteres Urteil sprechen. In den letzten Tagen wurden schon Christoph Daum, Frank Pagelsdorf oder Stefan Kuntz als Nachfolger gehandelt.

„Brehme kann jetzt, von den Zwängen der Kameradschaft befreit, hoffentlich besser arbeiten“, sagte Wischemann. Allerdings: Trotz der guten Wünsche hält der Aufsichtsratschef nicht viel vom schweigsamen Coach. Ein offener Disput in den letzten Wochen (Brehme: „Den nehme ich nicht für voll") hatte die Zusammenarbeit weiter verschlechtert, während sich der entlassene Stumpf (“Ich werde hier zum bösen Buben gemacht") mit Mannschaftsarzt Hans-Werner Schmalenbach herumstritt.

Stumpf hatte gegen Schmalenbachs Anweisung den Kölner Christian Timm zum Laufen geschickt – wobei Thimm sich dann einen Muskelfaserriss zuzog. Außerdem hatte Stumpf im Trainingslager den Brasilianer Lincoln trotz „ärztlicher Einwände“ zum Training beordert. „Wer nicht kapiert, dass der Arzt Kompetenzen hat, dem ist nicht mehr zu helfen“, schimpfte Wischemann.

Stumpf, der sich wegen seiner schroffen Art immer wieder Kritik hat gefallen lassen müssen, verteidigte seine Arbeit. „Wenn ich jemanden kritisiere, dann nur, weil ich noch ein paar Prozent mehr heraus kitzeln will.“ Allerdings war er auf dem Trainingsplatz immer mal wieder durch lange Vorträge aufgefallen, in denen er sogar Brehmes Ansichten widersprochen hatte.

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