Sport : Endlich Urlaub

Schüttler verabschiedet sich auch im Doppel aus Melbourne

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Melbourne (dpa). Mit einer weiteren Niederlage und Unverständnis über die heftige Kritik am deutschen TennisDesaster haben sich Rainer Schüttler und Nicolas Kiefer von den Australian Open 2004 verabschiedet. „Das finde ich alles schon merkwürdig. Wir haben hier Tennis-Matches verloren, mehr nicht“, sagte Schüttler am Freitag. Zuvor hatte er gemeinsam mit Kiefer das Doppel-Achtelfinale gegen die Favoriten Mark Knowles und Daniel Nestordem mit 5:7, 4:6 verloren. Die Kritik in Deutschland nach dem schlechtesten Abschneiden seit 30 Jahren kommentierte Schüttler mit Verwunderung: „Vor zwei Monaten wurde ich beim Masters-Halbfinale noch hoch gejubelt.“ Als überzogen wertete der Vorjahres-Finalist die Medienschelte nach dem Ausscheiden der neun deutschen Einzel-Starter schon vor der dritten Rundevon Melbourne: „Ich sehe das nicht so kritisch.“

Sein Partner Kiefer, der wie Schüttler in diesem Monat noch kein Einzel gewonnen hat, äußerte sich ebenfalls optimistisch. „Klar sind wir enttäuscht“, sagte Kiefer, der im Doppel immerhin eine phasenweise gute Leistung geboten hatte. „Ich fahre jetzt auf jeden Fall mit einem besseren Gefühl nach Hause als nur nach einer Einzel-Niederlage.“ Gegen Knowles und Nestor, vor zwei Jahren Australian-Open-Sieger und im Vorjahr im Finale, spielte das deutsche Paar besser als bei seinem Auftaktsieg und hatte sogar etwas Spaß. Gegen das Duo von den Bahamas und aus Kanada gingen allerdings jeweils am Satzende die Aufschlagspiele verloren, beim Matchball setzte Schüttler auf dem Außenplatz einen Schmetterball mit dem Schlägerrahmen ins Aus.

Der Auftritt überzeugte Daviscup-Teamchef Patrik Kühnen noch nicht. Für die Rückkehr in die Weltgruppe benötigt er dringend ein schlagkräftiges Duo. „Schüttler und Kiefer sind kein festes Doppel. Für den Daviscup sind sie eine Option, mehr nicht“, sagte der einstige Doppel-Spezialist Kühnen. Eine Alternative wäre Routinier Karsten Braasch. Der 36-Jährige steht in Melbourne mit seinem armenischen Partner Sargis Sargsian im Doppel-Viertelfinale.

Falls es die Turnierpläne zulassen, wollen Schüttler und Kiefer bei künftigen Turnieren häufiger gemeinsam antreten, doch so oft dürfte es vor der Daviscup-Partie gegen Israel im April nicht mehr dazu kommen. Kiefer will nach einer Pause in Amerika weiter spielen; Schüttler ließ offen, wann er auf die Tour zurückkehrt. Nach einigen Urlaubstagen in der Sonne will der Hesse in seine schweizerische Wahlheimat fliegen. Dass er seine geplante mehrwöchige Auszeit nicht sofort nach dem Erstrunden-Aus im Einzel nahm und noch zwei Doppel bestritt, sei richtig gewesen, sagte Schüttler.

Während die deutschen Spitzenspieler schon auf dem Weg nach Hause sind, hoffen andere noch auf den Turniersieg. Titelverteidiger Andre Agassi und der topgesetzte Andy Roddick spielten sich im Eiltempo ins Achtelfinale und blieben ohne Satzverlust. Agassi, der das Turnier zum fünften Mal gewinnen kann, trifft nach dem 6:0, 6:3, 6:3 gegen den Schweden Thomas Enqvist am Sonntag auf den Thailänder Paradorn Srichaphan, dem er in Wimbledon 2002 unterlag. Roddick brauchte nur 71 Minuten zum unerwartet leichten 6:2, 6:0, 6:2 gegen US-Landsmann Taylor Dent. Der sprach nach dem Spiel von der „schlimmsten Tennis-Erfahrung meines Lebens“. Die Deutschen nehmen ihre Niederlagen immerhin gelassener.

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