Sport : Endlich wieder Ehrenrunden

Nach zwei Niederlagen gewinnen die Eisbären Berlin 5:2 gegen die Nürnberg Ice Tigers

Claus Vetter

Berlin. Es war der Tag des David Roberts. Und es war der Tag, an dem der US-Amerikaner auch einmal den Applaus von den Fans im Sportforum bekam, den er sich dank seiner vielen guten Vorstellungen für die Eisbären schon lange verdient hatte. Drei Vorlagen und ein Tor, so lautete die persönliche Bilanz des Stürmers in Diensten des Berliner Klubs aus der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) beim 5: 2 (1:1, 4:1, 0:0)-Sieg gegen die Nürnberg Ice Tigers. Doch Ironie des Schicksals: Als die Fans nach der gestrigen Partie in der mit 5000 Zuschauern ausverkauften Halle eine Ehrenrunde von Roberts verlangten, war der unabkömmlich. Er gab gerade ein Fernsehinterview.

Schließlich klappte es aber doch noch mit den Extrakringeln von Roberts. Die Fans hatten gewartet, es galt ja einen Erfolg zu feiern, der nach den jüngsten Auftritten der Eisbären nicht zu erwarten war. Zweimal hatten sie in Folge verloren und in den Partien davor selten geglänzt. Trainer Pierre Pagé war denn nach dem Sieg auch erleichtert. „In den vergangenen vier Spielen hatte unser Boot Schlagseite“, sagte er. „Mit einem stabilen Kiel lebt es sich besser, und den hatten wir heute.“ Gemessen daran, dass Pagé erst seit elf Monaten Deutsch lernt, ein überraschendes Zitat: „Mit der Schlusssirene habe ich das vorbereitet.“ Nur das Wort „Kiel“ habe ihm jemand sagen müssen, gab Pagé zu.

Dabei hatte Pagé zum Anfang der Partie nicht glücklich ausgesehen. Felski gelang zwar schon nach drei Minuten das 1:0, doch zehn Minuten später war das vergessen, Jürgen Rumrich hatte zum 1:1 für die stärker werdenden Ice Tigers getroffen. Der Kapitän der Nürnberger war dann auch in der ersten Pause optimistisch. „Da sollte etwas drin sein für uns“, sagte er.

Rumrich lag daneben. Fortan überzeugten nur noch die Eisbären. Begünstigt durch eine 5:3-Überzahl gelang Yvon Corriveau 50 Sekunden nach Wiederbeginn das 2:1. Wenig später krönte Mark Beaufait eine sehenswerte Vorlage von Felski mit dem dritten Treffer für die Eisbären. Das zweite Tor von Nürnberg durch Savard (27.) irritierte die nun konzentrierter agierenden Berliner nicht. Roberts traf zum 4:2 (34.), Keith Aldridge (35.) noch zum 5:2.

Viel mehr sollte danach im Sportforum nicht mehr passieren. Abgesehen davon, dass David Roberts fast seine Ehrenrunde verpasst hätte. Aber das hatte ja zum Glück noch geklappt. Und da Billy Flynn dann auch noch Erbauliches über den Stand der Planungen hinsichtlich der Großarena am Ostbahnhof erklären konnte, waren bei den Eisbären alle zufrieden. „Uns ist mit der Vorstellung des Bebauungsplans für unsere Arena ein Riesenschritt gelungen“, sagte der Marketingmanager der Berliner. „Dank der Unterstützung des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit sieht es nun blendend aus, was den Spatenstich für die Halle im kommenden Juni betrifft“, sagte Flynn .

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