Endphase der Saison : Hertha BSC und die Rechenspiele

Hertha BSC rechnet für die verbleibenden drei Bundesliga-Spiele mit einigen Punkten. Auch das Traumziel haben die Berliner nicht aufgegeben.

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Herthas Spieler haben im Saison-Endspurt noch einiges vor.
Herthas Spieler haben im Saison-Endspurt noch einiges vor.Foto: dpa

Im Training trägt er schon lange nicht mehr die Maske. Nur im Wettkampf. So war es gegen Hoffenheim, gegen Dortmund und gegen die Bayern. Und jeder hat gesehen, dass sie Vedad Ibisevic gehandicapt hat. Herthas Stürmer wirkte wie ein Schatten seiner selbst. Wenn es nach ihm ginge, würde er am liebsten schon am Samstag bei Bayer Leverkusen (18.30 Uhr) ohne Maske auflaufen, erzählt der 31 Jahre alte Bosnier: „Ohne ist besser.“ Am Ende werde das aber der Mannschaftsarzt entscheiden.

„Wir wollen noch einmal alles geben, was drin ist im Tank“, sagt Michael Preetz vor den drei noch ausstehenden Spielen für die Berliner. Aus den Duellen beim Tabellendritten Leverkusen, dem Heimspiel gegen Darmstadt und zum Saisonfinale in Mainz wolle man „möglichst viele Punkte einsammeln und dann schauen, wofür es reicht“, wie der Manager sagt. Pal Dardai, der Trainer, rechnet seinen Spielern alles vor: „Neun Punkte sind drin und wären ein Traum für den Verein. Das Ziel sind sechs. Wenn es vier werden, werden es vier, das ist das Minimum.“

Das Spiel in Leverkusen gehen die Berliner durchaus optimistisch an. Zwar sei der Gegner „rechtzeitig zur Endphase in sehr guter Verfassung“, wie Preetz sagt und auf deren sechs Siege am Stück verwies, doch man selbst habe gute Erfahrungen gemacht. Das Hinspiel in Berlin konnte gewonnen werden. Preetz: „Das erinnern die Spieler und nehmen es mit.“

Hertha will wieder mutiger spielen

Die Berliner werden einen sehr guten Tag brauchen, um punkten zu können. Hinter ihnen liegt eine kleine Schwächephase mit nur einem gesammelten Punkt aus den vergangenen vier Ligaspielen. Aber gerade das jüngste Heimspiel gegen den FC Bayern habe den Spielern Mut gemacht. „Wir werden mit dem richtigen Willen spielen“, kündigt Dardai an. Schließlich wolle man Platz vier unter allen Umständen verteidigen und ins Ziel retten. „Wenn wir gut stehen wie gegen die Bayern, haben wir eine gute Chance“, sagte er. Allerdings müsse seine Mannschaft wieder eine bessere, offensive Spielverlagerung und eine mutigere Ballzirkulation hinbekommen, denn „es wird darauf ankommen, selbst ein Tor zu schießen“.

Dem Trainer stehen dafür bis auf John Anthony Brooks und Vladimir Darida alle Spieler zur Verfügung. Also sowohl Torwart Rune Jarstein als auch Genki Haraguchi und Per Skjelbred, die gegen die Münchener entweder verletzt waren oder eine Pause verordnet bekommen hatten. Gleich eine Handvoll Spieler waren gegen den FC Bayern in die Mannschaft reinrotiert, wie viele davon in Leverkusen auflaufen, wollte Dardai noch nicht sagen. „Ich werde eine gute Mischung aus Stammspielern und frischen Kräften zu finden haben.“

Sehr wahrscheinlich wird Niklas Stark erneut den Sechser vor der Abwehr geben. Diese Aufgabe erledigte der gelernte Innenverteidiger gegen Bayern München außerordentlich gut. Dafür könnte Kapitän Fabian Lustenberger erneut in die Innenverteidigung an die Seite von Sebastian Langkamp rutschen. „Es wird ein ähnlich schweres Spiel wie gegen Dortmund und München“, sagt Preetz. Leverkusen sei die dritte Spitzenmannschaft, die Hertha in kürzester Folge zu bespielen habe. „Wir werden uns die Punkte erarbeiten müssen“, sagt er. In Leverkusen und in Mainz spiele man gegen direkte Konkurrenten, „das ist doch schwer und schön zugleich“, sagt Pal Dardai. Ein Europa-League-Startplatz dürfte den Berlinern nicht mehr zu nehmen sein, sie können nur gewinnen.

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