Sport : Endstation Kiesbett

Steve Jenkner stürzt beim heimischen Motorrad-Grand-Prix

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HohensteinErnstthal (Tsp/dpa). Wie in Trance riss sich Motorrad-Pilot Steve Jenkner die Handschuhe von den Händen und stapfte durch das Kiesbett zum Ausgang. Ausgerechnet bei seinem Heimspiel auf dem Sachsenring bei Hohenstein-Ernstthal sah der Lokalmatador am Sonntag die Zielflagge nicht. Ein Rutscher über das Vorderrad beendete in der 18. von 27 Runden am Sonntag den Traum des Sachsen, in seinem 100. Grand Prix der 125-ccm-Klasse seinen zweiten Sieg einzufahren und die WM-Wertung wieder offen zu gestalten.

Nun scheint er nach dem neunten von 16 Läufen kaum noch Chancen auf den Weltmeistertitel zu haben, zumal seine direkten Konkurrenten den Sieg unter sich ausmachten. Stefano Perugini (Italien) siegte vor Casey Stoner (Australien/Aprilia) und Alex de Angelis (San Marino/Aprilia). WM-Spitzenreiter Daniel Pedrosa (Spanien/Honda) wurde Vierter.

„Mich trifft’s richtig dick dieses Wochenende“, schimpfte Jenkner in der Box. Das ganze Wochenende hatte er die Beschleunigung an seiner Aprilia vermisst, und dann kam auch noch der Sturz dazu. „Dieser zweite Nuller hätte nicht kommen dürfen. Ein zehnter Platz wäre heute vielleicht drin gewesen, aber der wäre auch nicht tröstlicher. Zwei Stürze hintereinander, das macht mir schon Kopfzerbrechen“, gestand der auf Platz fünf der WM-Wertung abgerutschte Sachse.

Mehr als 100 000 Zuschauer wollten Jenkner zum ersehnten Sieg treiben. Doch schon vor dem Start beschlichen Jenkner Zweifel. „Es ist noch heißer als am Samstag. Wir haben die gesamte Abstimmung noch mal verändert, aber ich weiß nicht, ob das funktioniert“, sagte der 27-Jährige, der zudem Bedenken wegen der Reifen hatte. „Bei den Temperaturen werden die nicht lange halten. Aber das Problem dürften alle haben.“

Angesichts des riesigen Interesses seiner Anhänger stand Steve Jenkner unter einem ganz besonderen Druck. Startplatz neun war nicht nach dem Geschmack des Aprilia- Piloten. „In der ersten Kurve war ich schon eingeklemmt und konnte nicht wie gewünscht Gas geben. Und dann habe ich ziemlich schnell gemerkt, dass sich der breite Hinterreifen schnell aufzulösen begann“, schimpfte Jenkner. Nach dem Sturz versuchte er noch einmal weiterzufahren, doch ein gebrochener Lenker machte dem Versuch ein Ende. „Ich will jetzt nur noch meine Ruhe haben“, waren die letzten Worte des Lokalmatadors, ehe er sich in sein Haus nur einen Steinwurf vom Ring entfernt verabschiedete.

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