Sport : Energie Cottbus: Auf Tätlichkeit erkannt

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) kannte keinen Pardon. Christian Beeck von Energie Cottbus wurde für den Tritt in den Oberschenkel von Victor Agali (Hansa Rostock) für acht Wochen bis zum 29. Januar 2001 gesperrt. Zusätzlich muss der Energie-Kapitän eine Geldstrafe von 8000 Mark zahlen. Beeck fehlt damit wegen der Winterpause nur in vier Pflichtspielen. Glimpflicher kam der im selben Spiel am 3. Dezember des Feldes verwiesene Rostocker Peter Wibran davon. Er wurde vom DFB-Sportgericht wegen unsportlichen Verhaltens gegen den Cottbuser Franklin Bitancourt für ein Spiel gesperrt und fehlt damit seinem Verein nur im Punktspiel bei 1860 München.

Die Fußball-Richter sahen nach der Beweisaufnahme eine Tätlichkeit von Beeck mit krass sportwidrigem Verhalten als bewiesen an. Der Profi hatte in der 70. Minute dem nach einem Zweikampf am Boden liegenden Agali mit der Fußsohle auf den Oberschenkel getreten. "Der Tritt war gewollt und vorsätzlich", erklärte dazu der Sportgerichts- Vorsitzende Hans-Hermann Menzel (Langerwehe). Beeck hatte in seiner Vernehmung jede Absicht von sich gewiesen und sogar erklärt, er habe Agali überhaupt nicht berührt.

Das Gericht stützte sich in der Urteilsfindung im Wesentlichen auf die Aussage Agalis und auf Fernsehbilder, da weder Schiedsrichter Herbert Fandel (Kyllburg) noch seine Assistenten Schütz und Rafati den Tritt gesehen hatten. "Agali hat den Vorfall sachlich und emotionslos geschildert. Es gibt keinen Grund, ihm nicht zu glauben", sagte Menzel. Auch die TV-Aufnahmen zeigten deutlich, dass Beeck von oben auf Agalis Oberschenkel trat. Der Rostocker spielte die Partie zwar zu Ende, konnte tags drauf aber nicht trainieren und zeigte dem Gericht die Male von Beecks Fußballschuh.

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes folgte mit seinem Urteil dem Antrag des DFB-Kontrollausschusses, dessen Vorsitzender Horst Hilpert (Bexbach) allerdings eine höhere Geldstrafe gefordert hatte. Beecks Rechts-Beistand Christoph Schickhardt (Ludwigsburg), der nach dem Urteil Berufung gegen die Strafe ankündigte, hatte einen "glasklaren Freispruch" für seinen Mandanten gefordert. Er wertete das Verfahren gegen Beeck auch als schweren Vorwurf gegen den Schiedsrichter. Der Fernsehbeweis sei eingeführt worden, um krass sportwidrige Verhalten hinter dem Referee-Rücken zu ahnden. Im vorliegenden Fall habe Fandel aber Beeck in der bewussten Szene wahrgenommen, jedoch keinen Tritt gegen Agali gesehen.

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