Energie Cottbus : Der Zwist geht weiter

Ein bekanntes Bild bei Energie Cottbus: Die Mannschaft von Bojan Prasnikar bemüht sich eine Halbzeit redlich, spielt passablen Fußball und scheitert am Ende doch. So auch am Sonnabend: 0:3 verloren die Cottbuser in Wolfsburg, bevor sie sich selbst verloren – in Unstimmigkeiten.

Katrin Schulze

Auch das ist ein bekanntes Bild bei Energie Cottbus. Streitpunkt diesmal war das angebliche Foul von Energies Verteidiger Savo Pacicevic an Wolfsburgs Edin Dzeko, das die Niedersachsen per anschließendem Elfmeter in Führung brachte. Und damit das Ende der Cottbuser Bemühungen einläutete, denn danach fanden die Lausitzer nicht mehr zurück in die Partie, sondern begnügten sich damit zuzuschauen, wie die Wolfsburger vor allem in Person des überragenden Grafite ihren Vorsprung ausbauten.

Für Timo Rost war der Schuldige für die deutliche Niederlage nach Spielschluss schnell gefunden. „Eine klarere Schwalbe geht nicht“, sagte der Cottbuser Mannschaftskapitän. „Durch diese Situation wurden wir um unseren verdienten Lohn gebracht.“ Schiedsrichter Lutz Wagner hatte laut Rost also das Spiel zugunsten von Wolfsburg entschieden. Eine Aussage, mit der sich Steffen Heidrich nicht anfreunden konnte. Vielmehr suchte Energies Manager die Ursachen der Niederlage bei seinen Akteuren selbst. Dafür gäbe es einfach keine Ausreden, sagte Heidrich und kündigte für die kommende Woche prompt Konsequenzen für seine Spieler an. Wie genau diese aussehen werden, ist aber noch unklar.

Erst in der vergangenen Woche suspendierte der Verein Verteidger Igor Mitreski, weil er sich im „Kicker“ über eine „schlechte Atmosphäre in der Mannschaft“ beschwert und dem Vorstand die Verpflichtung neuer Spieler nahegelegt hatte. Schon zuvor übten mehrere Profis Kritik an dem harten Trainingspensum von Prasnikar. Inzwischen fordern auch die Anhänger von Energie lautstark personelle Konequenzen. Doch allen Zweiflern zum Trotz: Obwohl Energie erst einen Sieg einfahren konnte und seit sechs Partien nicht mehr erfolgreich war, scheint sich der Trainer um seinen Job keine Sorgen machen zu müssen. Ganz im Gegenteil: Präsident Ulrich Lepsch will mit Trainer Prasnikar sogar in die Zweite Liga gehen.

Eine sinnvolle Deeskalationsstrategie? Daran lässt sich zweifeln, schließlich beruht die Disharmonie im Klub vor allem auf dem Verhältnis der Spieler zum Trainer. Vielleicht konnte Prasnikar seine Profis aber zumindest kurzfristig besänftigen: Er gab ihnen am Sonntag und Montag frei – erst am Dienstag steht die nächste Trainingseinheit in Cottbus an. Die Spieler dürfte es freuen, zumal sie selbst bestreiten, dass es auch Unstimmigkeiten im Team selbst gibt. „Die Mannschaft ist intakt, das hat unsere starke erste Hälfte gegen Wolfsburg gezeigt“, sagte Timo Rost. Nur eine gute Halbzeit wird den Cottbusern zum Klassenerhalt auf Dauer aber nicht reichen.

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