Energie Cottbus : "Fans wollen sich nicht kaufen lassen"

Nach dem 0:4 auf Schalke gibt es Streit in Cottbus: Profis bieten Anhängern Geld. Die, die es annehmen wollen, gelten als Verräter. Fanklub-Sprecher André Rosseck über die seltsame Offerte.

Rosseck
André Rosseck -Foto: promo

Herr Rosseck, wie geht es Ihnen?



Wie soll es einem Fußball-Fan gehen, dessen Mannschaft ständig verliert?

Dass Cottbus gegen den Abstieg spielt, ist doch aber nichts Ungewöhnliches.

Das stimmt. Es ist die Art und Weise, wie die Spieler sich präsentieren. Wir sehen nichts mehr von der Kampfkraft, die das Team früher ausgezeichnet hat.

Profis des Klubs haben angeboten, den Fans das Eintrittsgeld für das Spiel bei Schalke 04 zurückzuerstatten.

Ein Teil der Fans will das Angebot annehmen, ein anderer nicht. Es will sich halt nicht jeder kaufen lassen. In den Fanforen geht es deshalb hitzig zu. Die, die es annehmen wollen, gelten als Verräter, die anderen werden als Hetzer verschrieen. Es macht wenig Spaß.

Wie kam es denn überhaupt zu der außergewöhnlichen Offerte?

Nach dem 0:4 auf Schalke haben einige Fans noch auf die Spieler gewartet, um ein Gespräch zu führen. Es hieß dann auch, dass die Profis dazu bereit wären. Doch anstatt dann tatsächlich auf die Fans zuzugehen, sind die Spieler unter Polizeischutz in den Bus gestiegen und abgefahren. Zehn Minuten später haben sie dann angerufen und dieses Angebot gemacht. Da waren einige Fans aber schon so sauer, dass sie darauf nicht mehr eingehen mochten.

Für den heutigen Donnerstag haben die Profis eine Aussprache angeboten. Kann das die Lage beruhigen?

Das bleibt abzuwarten. Ich habe auch schon Treffen erlebt, auf denen die Profis herumsaßen und auf ihren Handys herumtippten. Das wäre heute zu wenig.

Interview: Ingo Schmidt-Tychsen

André Rosseck, 29, ist seit zwei Jahren Sprecher des Dachverbandes einiger Fanklubs von Energie Cottbus. Seit dem 0:4 auf Schalke gibt es Streit zwischen den Fans und ihrem Klub.

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