Sport : Energie Cottbus: Keine Gagen für Traumtänzer

Nach der "Energieleistung" der Cottbuser Profi-Kicker laufen die Vorbereitungen auf die Saison 2000/2001 in der Fußball-Bundesliga auf Hochtouren. Die Lizenzerteilung durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) ohne Auflagen erlaubt es, mit einem Etat von 28 Millionen Mark für das Erstliga-Debüt zu planen. Für Neuverpflichtungen will der Verein aber nur rund zwei Millionen Mark investieren, denn "der Stamm des Teams soll die Früchte des Aufstiegs ernten", kündigte Präsident Dieter Krein an. "Es ist vielleicht gut so, dass wir keine 50 Millionen Mark ausgeben können. Wir würden vielleicht nur Traumspieler holen, die sich als Traumtänzer entpuppen."

Am Dienstag einigte sich das Präsidium nach der bereits besiegelten Rückkehr von Toralf Konetzke vom Zweitliga-Absteiger Fortuna Köln auf die Verpflichtung der Nationalspieler Andrzej Kobylanski aus Polen und Laurentin-Aurelian Reghecampf aus Rumänien. Der 29-jährige Kobylanski wechselt ablösefrei vom Zweitligisten Hannover 96 und erhält einen Drei-Jahres-Vertrag. Der 24-jährige Rumäne Reghecampf wechselt von Steaua Bukarest für zwei Jahre in die Lausitz.

Außerdem verlängerten weitere Spieler der Aufstiegself ihre Verträge. Der brasilianische Stürmer Franklin unterschrieb bis 2003, und der kroatische Torwart Tomislav Piplica bleibt weiter bis 2002. Zuvor hatten schon Vasile Miriuta, Tzanko Tzwetanov, Steffen Heidrich, Janos Matyus, Jörg Scherbe, Jonny Rödlund für zwei Jahre und Moussa Latoundji sogar bis 2003 verlängert. Offen sind noch mögliche Verlängerungen für Christian Beeck, Torwart Thomas Köhler, Antun Labak, Mike Jasse, Olaf Renn und Rudi Vata sowie Detlef Irrgang. Fest stehen die Abgänge von Miroslav Jovic (zum Drittligisten Jena), Alexej Kurilenko, Dietmar Wuttke, des kanadischen Torwarts Lars Hirschfeld (zurück nach Kanada) und Rayk Schröder zu Hansa Rostock.

"Das Gerüst der Mannschaft steht", sagte Manager Klaus Stabach über die Entwicklung: "Wichtige Achsen des Teams bleiben zusammen, das war für uns das Entscheidende". Damit ist auch Trainer Eduard Geyer mehr als zufrieden, der einen Vertrag bis 2003 hat, aber sein Erstliga-Gehalt noch aushandeln will. Geyer, der letzte Trainer der DDR-Auswahl, coacht die Lausitzer seit rund sechs Jahren.

Das wirtschaftliche Feld für den Aufstieg war schon länger bereitet. Der Verein ist schuldenfrei und konnte es sich bisher leisten, Rechtevermarktern die "kalte Schulter" zu zeigen, weil 135 Sponsoren den Etat von 28 Millionen stützen. Die haben für eine Erweiterung des "Stadions der Freundschaft" noch kein "grünes Licht" gegeben. Es liegt lediglich eine Machbarkeitsstudie vor, wie man die zum Aufstiegsschlager gegen den 1. FC Köln mit 21 500 Fans "vollgestopfte" Arena erweitern könnte.

In den frühestens 2001 beginnenden Ausbau sollen Investitionen des Landes Brandenburg, der Stadt und auch EU-Fördermittel fließen. Es ist geplant, die Stehplätze auf der Gegengerade durch eine neue Sitztribüne mit knapp 10 000 Plätze zu ersetzen, was allein zehn Millionen Mark kosten würde.

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