Sport : Energie Cottbus will Vorwürfe ausräumen

Fußball-Bundesligist FC Energie Cottbus will alle Fakten zum umstrittenen Transfer von Verteidiger Kevin McKenna offen legen. Eine 25-seitige Dokumentation gehe demnächst der Staatsanwaltschaft und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) zu, sagte Anwalt Christoph Schickhardt. Zudem wolle der Verein gerichtlich feststellen lassen, dass Spielervermittler Ludwig Kolin zu Unrecht Anspruch auf eine Provision aus dem Transfer erhebe.

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Bundesliga-Tippspiel: Das interaktive Fußball-Toto von meinberlin.de Bereits am 24. Juli habe ihm Energie-Manager Klaus Stabach den Fall komplett übergeben, erklärte Schickhardt am Freitag. Damit sollten die Ansprüche von Kolin abgewehrt werden. "So verhält sich niemand, der Dreck am Stecken hat. Im übrigen hat Kolin bis heute seine angeblichen Ansprüche von 200 000 Mark nicht vor Gericht geltend gemacht und auch kein Urteil erwirkt", sagte Schickhardt. Er räumte aber ein, dass Energie Cottbus einen Fehler gemacht habe. Der Verein hätte Kolin als illegalen Spielervermittler ablehnen müssen.

Der FC Energie Cottbus hatte zunächst den Vermittler Willi Hoppen beauftragt, den Kanadier McKenna für 650 000 Mark zu verkaufen und kassierte diese Summe nach dem Transfer. Der Spielervermittler handelte aber nach Energie-Angaben mit dem schottischen Verein Hearts of Midlothian eine Ablöse von umgerechnet 1,05 Millionen Mark aus. Die 400 000 Mark Differenz sich nach Energie-Darstellung an den Vermittler geflossen. Der in der Anfangsphase gleichfalls involvierte, aber nicht vom Weltverband Fifa lizenzierte Vermittler Kolin sieht sich dagegen von den Lausitzern geprellt und hat die Staatsanwaltschaft einschaltet. Diese hatte vor einigen Tagen die Geschäftsräume des FC Energie Cottbus sowie die Privathäuser von Energie-Manager Klaus Stabach und Präsident Dieter Krein durchsucht und Material beschlagnahmt. Die Staatsanwaltschaft ermittelte wegen des Verdachts der Untreue.

Immerhin eine gute Nachricht gab es am Freitag aus der Cottbuser Geschäftsstelle: den Geschäftsbericht des vergangenen Jahres. Der Verein konnte demnach im Aufstiegsjahr 2000 einen Gewinn von 118 265,83 Mark erwirtschaften. Im Vergleich zum Vorjahr verbuchten die Lausitzer eine Steigerung um knapp 87 000 Mark.

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