• ENGAGIERT IN DER DEFENSIVE, STARK IN DER OFFENSIVE: Endlich wertvoll: Raffael mischt den Meister auf

ENGAGIERT IN DER DEFENSIVE, STARK IN DER OFFENSIVE : Endlich wertvoll: Raffael mischt den Meister auf

Raffael redete nicht, nicht direkt nach dem Spiel und auch nicht am Tag danach. „Ich bin kaputt, ich bin müde“, sagte er nur, als er von Herthas Vereinsgelände fuhr. Man konnte das für eine billige Ausflucht halten. Musste man aber nicht.

Der Brasilianer hatte in Dortmund in der Tat eine Menge investiert. Nur die beiden defensiven Mittelfeldspieler Andreas Ottl und Peter Niemeyer waren mehr gelaufen als Raffael (11,4 Kilometer). „Unglaublich weite Wege“ habe der zurückgelegt, sagte Trainer Markus Babbel. Mit seiner Laufleistung und einigen Balleroberungen leistete der 26-Jährige einen wertvollen Beitrag zur defensiven Stabilität seiner Mannschaft. Aber naturgemäß stand Raffaels offensive Darbietung in der Nachbetrachtung deutlich stärker im Fokus. Kurz nach der Pause erzielte er das 1:0, später traf er je einmal Latte und Pfosten. „Raffa ist ein außergewöhnlicher Spieler“, sagt Kapitän Andre Mijatovic. „In der zweiten Hälfte hat er Dortmund wirklich aufgemischt.“

Bei seinem Führungstor war auch ein bisschen Glück im Spiel, weil ihm der Ball noch einmal vor die Füße prallte, nachdem er eigentlich schon an Torhüter Roman Weidenfeller gescheitert war. Aber wie er zuvor, von der Mittellinie aus startend, die Möglichkeit zum Abschluss erst geschaffen hatte, das sagte viel mehr über seine Qualitäten. Raffael ist in solchen Situationen kaum vom Ball zu trennen. Mats Hummels versuchte es kurz vor dem eigenen Strafraum noch mit einer Grätsche, verfehlte allerdings das Ziel.

„Er bringt so viel mit“, sagt Trainer Babbel über den Brasilianer. „Er ist ballsicher, torgefährlich, kann auch in engster Bedrängnis den Ball behaupten.“ Gemessen daran hat Raffael die Erwartungen nur bedingt erfüllt. „Letztes Jahr war er mir zu schwankend“, sagt Markus Babbel, der die fehlende Konstanz auch öffentlich gerügt hatte. Herthas Trainer glaubt, dass die Botschaft angekommen ist. „Er hat sich das zu Herzen genommen, was ich mit ihm besprochen habe“, sagt er. Zum Schaden von Hertha BSC wäre es nicht. Stefan Hermanns

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