Sport : England entdeckt Ballack

Markus Hesselmann

London - Der Mann von der BBC wirkte erstaunt. „Das ist übrigens schon sein fünftes Tor in dieser Saison“, sagte der Sportmoderator des britischen Fernsehsenders am Morgen danach. Gerade hatte er Bilder von Michael Ballacks Kopfballtreffer beim 3:0-Sieg des FC Chelsea gegen Olympiakos Piräus im Achtelfinale der Champions League gezeigt. Auch Presse und Fans lobten Ballack. Es scheint, als fiele den Engländern erst jetzt auf, dass der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft ein guter Fußballer ist. „Ballack gewinnt seinen Kampf gegen Heckenschützen und Skeptiker“, schreibt der „Guardian“. „Ballack zeigte Chelseas Fans, was man für 180 000 Euro Gehalt pro Woche geboten bekommen kann.“ Zu viel Geld für zu wenig Leistung – das war lange die Kritik an Ballack in England. Das liege auch an seinem Spielstil, fand der „Guardian“ jetzt heraus. Damit habe er sich bei Fans, die mit „frenetischem Premier-League-Fußball aufgewachsen sind“, nicht gleich beliebt gemacht. „Er ist ein Flaneur, niemals in Eile, er trägt den Kopf immer oben und sucht den Raum für den nächsten Pass.“

Ballack hat auch gezeigt, dass er sehr wohl mit Frank Lampard, dem anderen Star in Chelseas offensivem Mittelfeld, zusammenspielen kann. Das 1:0 gegen Olympiakos erzielte er auf Vorarbeit Lampards, das 2:0 durch Lampard bereitete er vor. „Unter Flutlicht an der Stamford Bridge machte Ballack sein bestes Spiel im blauen Hemd“, hieß es im Fanblog „Chelsea Pies“. Markus Hesselmann

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