Sport : England gewinnt – mit Wayne Rooney

Robert Ide

Nürnberg - Den ersten Aufreger gibt es vor dem Anpfiff. Da wird Victoria Beckham beim Colakauf im Nürnberger Frankenstadion gefeiert. Eine Traube drängelt sich um ihre knappen Hotpants, drei Bodyguards verhindern mit Mühe Tumulte.

Den zweiten Aufreger gibt es nach 28 Spielminuten. Da schickt Englands Trainer Sven Goran Eriksson Stürmer Wayne Rooney zum Warmlaufen. Die britischen Fans, die auch gegen Trinidad und Tobago begeistern, feiern ihren lange verletzten Besten mit „Rooney“-Rufen.

Aber all das ist nur ein schönes Vorspiel zu einem mitreißenden Schlussakkord der Engländer gegen Trinidad und Tobago. Eine Menge Tore hatte dieses Match voller Tempo und Temperament verdient, am Ende waren es zwei für England. Sieben Minuten vor Schluss traf Peter Crouch per Kopf, in der Nachspielzeit hämmerte Steven Gerrard den Ball zum 2:0 (0:0) ins Netz. England ist damit für das Achtelfinale qualifiziert. Den Gruppensieg kann Schweden den Briten am Dienstag aber noch streitig machen.

Die begeisternde Endphase leitete Rooneys Einwechslung in der 58. Minute ein. Seit dem 29. April hatte England gebangt, ob der Mittelfußknochen des Stars von Manchester United noch verheilen würde, im Achtelfinale sollte er frühestens auflaufen – doch nun war er da, und „schon sein Erscheinen hat die Wende gebracht“, wie später Frank Lampard sagte. Dabei wusste zuvor auch Rooneys Sturmkollege Michael Owen zu gefallen. Kurz vor seiner Auswechslung köpfte er eine Vorlage des launischen Flankengebers David Beckham knapp am Tor vorbei.

So viele Geschichten passen in ein Spiel: Rooneys Comeback, der im Zentrum rochierte, aber noch Schnelligkeit und Sicherheit am Ball vermissen ließ. Ein Außenseiter, bei dem Brent Sancho die Verteidigung hervorragend disziplinierte und ausgerechnet beim ersten Gegentreffer das Kopfballduell verlor. Eine zweite Halbzeit mit Chancen im Minutentakt. Für England verfehlte Crouch zunächst per Seitfallzieher sowie Frank Lampard gleich mit zwei Schüssen aus kurzer Distanz das Tor. Für Trinidad und Tobago traf Stürmer Kenwyne Jones zwei Mal fast zur Führung. Hin und her wogte das Spiel, bevor die späte Entscheidung fiel. „Ich bin sehr zufrieden mit diesem Abend und mit Rooneys Rückkehr“, sagte Englands Coach Eriksson. „Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft“, sagte sein Kollege Leo Beenhakker. Dieses Match hatte keinen Verlierer verdient. Immerhin gab es zwei Sieger: die Engländer und die Zuschauer.

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